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Der Bürgerkrieg ist vorbei, Nord – und Südstaatler kümmern sich wieder um ihre eigenen Angelegenheiten; dafür sind Überfälle, Mord und Totschlag an der Tagesordnung. Der Kopfgeldjäger Weihwasser Joe [ Lincoln Tate ] hat dadurch viel zu tun und verdient recht gut und wird bei der Bank mit seinen angelegten 50000 $ als bester Kunde geführt. Damit ist’s vorbei, als diese durch Jeff Donovan [ Ty Hardin ] ausgeraubt wird. Als dessen rechte Hand Charlie Bennett [ Richard Harrison ] aber mit der Beute abhaut, haben beide ein Problem und auch das gleiche Ziel...

Eher lascher Italowestern, der aber unter gemässigten Umständen angesehen werden kann; wenn gerade nichts anderes läuft und Tele 5 als einzige Alternative herhalten muss.
Die Erzählweise passt sich dem Titel an und serviert das Ganze eher als Komödchen, wobei die verbalen Kalauer meistens auf der etwas derberen Schiene ablaufen und trotzdem nicht zünden. Die optischen Gags sind etwas besser und manchmal auch grandioserweise direkt zum falschen Moment platziert und dadurch erfolgreich, aber eindeutig an der Unterzahl. Trotzdem wird durch auf die Auflockerung und den etwas anderen Ton die schwache Story besser transportiert, als dass es bei einer ganz ernsten Herangehensweise der Fall wäre; der Plot selber dreht sich nämlich nur um ein Thema und damit ziemlich schnell im Kreis.

Das Bescheissen und Hereinlegen anderer Parteien ist auch hier die Hauptbeschäftigung, wobei es sich die Personen durch die abwechselnde Dummheit aber sehr einfach machen und die etwaigen Finten und Tricks schon meilenweit am Horizont erkennbar sind.
So haut der später geschnappte Charlie beim ersten Austreten hinterm Busch ab; lässt aber aus irgendeinem nicht nachvollziehbaren Grund seine Stiefel stehen – die man eh nicht gesehen hätte – und kommt deswegen auf dem harten Untergrund nicht weit. So geht das in einer Tour, immer und immer wieder, die Verwandlungsfähigkeit der Handlung ist stark eingeschränkt. Die Geschichte wird ganz schön durchgeschunden.

Die erzählerische Ökonomie rettet dann noch einiges; es werden bei weitem nicht alle Szenen haarklein durchgekaut, sondern auch eher effizient angerissen und hinterher erklärt. Wer nun wo in Gefangenschaft von wem ist und warum wird dann nicht Einstellung für Einstellung gezeigt, sondern einfach vorausgesetzt oder kurz umrissen; wobei allerdings dann auch schon mal Verwirrungen aufkommen können. Manchmal scheint nämlich auch ein Stück Drehbuch zu fehlen, die Figuren agieren unlogisch, aber „Worum geht’s?“ ist auch eben auch öfters alleinig die Frage, die das Interesse am Film wach hält.
Von Rasanz oder Dramatik ist hier nämlich nicht viel zu spüren; die Action hält sich in Grenzen und bezieht sich neben einem kurzen Feuergefecht Nordstaatler – Gauner meistens auf Explosionen, wobei ein Duell Kanone gegen Pfeil und Bogen das Finale entscheidet. Härtere Details sind dabei nicht zu sichten, alles hübsch unblutig. Selbst Einschüsse fehlen, was aber natürlich an der Schnittfassung liegen kann; obwohl wirkliche Explizitäten ehrlich gesagt hierbei fehl am Platze wären, wenn schon unangenehm auffällt, dass in dem Kasperletheater hier jemand mittendrin am Ast baumelt und einfach nicht vom tödlichen Strick geholt wird. Schliesslich gibt’s beim Zwiebel – Jack im Kiddie-Matinee auch keine Gewalt.

Zu den Darstellern kann man wenig sagen und noch weniger erbauliches: Tate als titelgebender Held macht so rein gar nichts her und wirkt weder in Aktion noch in Reaktion wirklich bei der Sache. Hardin kommt zwar etwas besser weg, aber auch nur, weil er mit dem in dem Kontext lustigen Running Gag „Als ob ich mein Geld gestohlen hätte!“ gesegnet war. Ausserdem wirkte die optische Ähnlichkeit zu dem gealterten Kris Kristofferson positiv; auch eine Leistung. Harrison beantwortet die offene Frage, ob er vor Godfrey Ho’s Ninjafilmchen genauso debile Sätze in die Kamera abgab mit „ja“. Den Bock schiesst mit Silvia Monelli die einzige Frau ab, die wahrscheinlich genauso teilnahmslos wie Regisseur Gariazzo [ Django - Gott vergib seinem Colt, Zeig mir das Spielzeug des Todes ] am Set war. Der Film ist also bis in die Statisterie mies besetzt, die Synchronisation schadet noch eher.
Dafür schlägt die Stunde für den Komponisten Marcello Giombini, der mit seinem Score quer durch alle Stile pflügt und sich so bar gängiger Konfektion eher wie aus einem Poliziotto anhörte und so gar kein period feeling hatte. Dadurch wurde das eigentliche Westernsetting fast abstrahiert, was in dem Fall aber ungemein erfrischend klang.

Wenn das bisschen Pulverrauch verschossen ist, hat man also bis auf die Musik und die annehmbare Laufzeit nichts, was man wirklich empfehlen kann. Nicht gut und nicht schlecht genug, um über dieser Schiene gut zu sein. Aber auch nicht so schlecht wie der Titel.

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