Bei Statham-Filme lautet die Prognose: Kennst Du einen, kennst Du alle. Und auch "Parker" macht keine Ausnahme.
Man lese die Inhaltsangabe durch, füge in einer Kritik folgende Punkte hinzu:
Action 5/10
Fights 3/10
Zynische Sprüche 6/10
Film 6/10
ENDE.
Und schon weiß man, auf was man sich einlässt.
Es ist eigentlich schade, Statham wurde nach "Transporter" (2002) als vermeintlicher Erbe von Schwarzenegger, Stallone und Co. gehandelt. Aber zehn Jahre später kann man durchaus schon mal ein Fazit ziehen: Er spielt immer den selben Typen, nur jeweils in eine andere Rahmenhandlung reingequetscht. Hinzu kommt, dass die meisten Filme lediglich reiner Durchschnitt sind. Filme, die man sich anschauen kann und mit Sicherheit nicht anfangen wird, aufgrund der Qualität zu weinen, aber es sind keine Filme für die Ewigkeit. Ein Arnie legte sich mit dem Predator an, ein Sly spielte kaputte Polizisten ("Copland", "D-Tox"). Jedoch wollen wir uns mal jetzt dem eigentlichen Film widmen:
Parker (Jason Statham) erbeutet mit einer vierköpfrigen Gang, die ihm sein Freund Hurley (Nick Nolte) vermittelt hat, eine Million Dollar in einem Freizeitpark, doch die Vierer-Gang ist nicht so kooperativ, wie es sich Parker vorstellte: Sie planen einen nächsten viel größeren Coup und brauchen, diese Million als Startkapital (sau hohl diese Ausgangslage, als würden 800 000 Dollar nicht reichen...), wobei Parker jedoch nicht mitzieht und mit seinem Anteil einfach aussteigen will - wie es eben vereinbart war. Kurzerhand bringen die vier Gangster auf der Fluchtfahrt Parker um - oder etwa doch nicht? Nein, Parker überlebt und schwört, wie soll es anders sein, Rache an seinen Ex-"Partnern".
Das Intro, wie mag es anders sein, ist mal wieder clever und spektakulär in Szene gesetzt. Statham erkennt man in seinem Outfit beinahe nicht (er hat ein Toupet auf der Glatze) und danach folgt eben der alltägliche Trott, der uns in Statham-Filmen immer unterhält, aber eben nicht abfeiern lässt.
Jennifer Lopez wird als Imobilienmaklerin Leslie Rodgers unfreiwillig zur Helferin, was ja sehr nach Love-Interest im Film aussieht, aber: Parker hat leider schon eine Freundin (Emma Both), wovon Jey-Low aber nichts davon weiß. Deshalb frage, ich mich, warum man diese Spaßbremse (mit ihrem nervigen Verhältnis zur Mama) überhaupt ins Drehbuch eingebaut hat, denn auf diese Figur hätte man auch gut verzichten können. Nicht, dass ich den Hintern von Lopez nicht mag, aber sie ist es, die den Actionfilm zu Pausen zwingt in Sachen Unterhaltung und Drive, unfreiwillige (nicht lustige) Komik mit ihrer Mudda mithineinbringt und, so habe zumindest ich das Gefühl, gerade deswegen der Film knappe zwei Stunden Laufzeit beträgt, was für einen Actionfilm dieser Güteklasse definitiv zu lang ist.
Die Oneliner sitzen, Arschtreterein und Handkantenschläge gibt es weniger wie üblich, jedoch sind auch hier wieder Gedächtnis-Momente zu sehen: Eine Szene, in der sich Statham freiwillig selber ein Messer in die Hand rammt - zumindest diese ist mir noch ein paar Tage später im Gedächtnis geblieben.
Naja, wer momentan die Wahl hat, ins Kino zu gehen, sollte dennoch lieber auf "Parker" zurückgreifen als auf "Die Hard 5". Und es ist echt schon traurig, wenn man so etwas schreiben muss.
Unterhaltsame Durchschnittskost auf dem typischen Statham-Level.
6/10