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Parker ist ein professioneller Dieb der alten Schule, denn er folgte einem klaren Lebensmotto: Bestehle nur die Reichen und verletze nur die, die es nicht anders verdient haben. Erstmals arbeitet er bei einem Überfall mit einer ihm unbekannten Crew zusammen, welche ihm im Anschluss bestehlen und schwer verletzt am Straßenrand liegen lassen. Parker schwört bittere Rache und wenn es das Letzte ist, was er erlebt. Er verfolgt die Bande und erfährt so von einem baldigen, neuen Überfall, der größer ist als alles, was die Bande jemals zuvor geplant und ausgeführt hat. Der Mann mit Prinzipien beschließt, die Truppe zu beschatten und im richtigen Moment zuzuschlagen. Dabei bekommt er unerwartet Hilfe von Immobilienmaklerin Leslie Rodgers.

Ich habe ja eigentlich eine Schwäche für ehrenwerte Gangster mit Robin Hood Attitüde und Parker schlägt auch gleich eindrucksvoll in diese Kerbe, als Parker mit vier Kollegen gut organisiert einen Rummel um seine prall gefüllte Wochenendkasse erleichtern, aber spätestens als J-Lo in einer viel zu großen Rolle ins Spiel eintritt, läßt die Klasse des Films doch stark nach. Statt des straight ablaufenden Rachethrillers geht's dann doch sehr ins Seichte. Seine vermeintlichen Kumpels haben ihn schließlich um seinen Anteil betrogen, erschossen und totgeglaubt im Straßengraben liegen lassen, was für Ordnungs- und Gerechtigkeitsfanatiker Parker selbstverständlich ein klares no-go darstellt.
Ich finde man merkt dem Film doch eine gewisse Mainstreamigkeit an, die versucht wirklich alle Zuschauer unter einen Hut zu bringen. Die Figuren sind ultraklar in Gut und Böse eingeteilt, wir haben natürlich auch eine Love Story und auch die Frauen bekommen eine Protagonistin spendiert, wo eigentlich keine hingehört. Das liegt gar nicht mal unbedingt an Miss Lopez, aber ihre Dialoge mit Parker ziehen das Geschehen doch arg in die Länge. Wo vorher gute old School Action angesagt war, geht es doch sehr in den Sülze Bereich über, bis man dann im Showdown im Haus der Bösen endlich wieder diese Handbremse löst.
Statham spielt dabei die Rolle des ehrenhaften Gangster gewohnt souverän. Seine vornehme Zurückhaltung, was Leute verletzen, gibt er am Ende immerhin auf, als es an die große Abrechnung geht. Nett auch zwischendrin mal wieder den Schweizer Daniel Bernhardt als Killer zu sehen, was immerhin Gelegenheit für einen ordentlichen Zweikampf bietet. Nach meinem Geschmack hätte aber hier noch ein Schuß B-Movie gutgetan. Etwas mehr Härte und Zynismus und etwas weniger Immobilienmaklerin, ohne jetzt Parker schlecht reden zu wollen. Die zwei Stunden wird man gut unterhalten, Jason Statham ist und bleibt ne coole Sau, nur das Script hätte gern mehr in die Expendables Richtung gehen dürfen.
6/10

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