Der Lokalreporter Hoffmann liegt ermordet im Wald. Mußte er sterben, weil er einem Skandal auf der Spur war? Die Ermittlungen führen die Kommissare Stoever (Manfred Krug) und Brockmöller (Charles Brauer) zu Ralf Fromm (Peter Sattmann). Dieser ist der Bürgermeister einer kleinen Gemeinde und hat sich mit Bauland eine goldene Nase verdient.
Ein zweiter Verdächtiger ist der Baulöwe Engelhardt. Der zockt mit dubiosen Firmen Häuslebauer ab. Eines seiner Opfer ist der gerade arbeitslos gewordene Friedrich Hebbel (Ulrich Mühe), der sich nun mit Gewalt das zurückholen möchte, was ihm gehörte.
Der Film beginnt mit der Entlassung von Friedrich Hebbel. Man ist fassungslos, daß die Firma einen Familienvater von 2 Kindern mit schwangerer Frau einfach entläßt und ihm lediglich eine Abfindung von 3 Monatsgehältern zahlt.
Ulrich Mühe spielt die Verzweiflung des Vaters grandios. Man nimmt ihm den Naiven ab, der sich nun auf alles was Geld bringen kann einlassen würde. So stürzt er von einem Unglück ins Nächste und ehe er sich versieht, wird er zum mehrfachen Mörder.
Die Story hat keinen geradlinigen Verlauf und windet sich immer wieder. Bis zum Schluß hofft man mit Friedrich Hebbel, daß doch alles wieder gut wird.
Am Ende des Film gibt es ein paar Logikfehler:
Herr Hebbel trinkt einen dreifachen Weinbrand und ist halb betrunken als seine Frau nach Hause kommt. Nach einer Rangelei, an dessen Ende die Polizei erscheint, ist er seltsamerweise wieder nüchtern.
Während der Rangelei waren die Kinder mit einem Schlafmittel betäubt gewesen. Die Mutter konnte so viel sie wollte an ihnen Rütteln und sie sind nicht aufgewacht. Nach der Verhaftung, ein paar Minuten später, stehen sie mit ihrer Mutter wieder am Fenster und schauen dem verhafteten Vater hinterher Ausblende.
In der Realität hätte Herr Hebbel aber nur wegen Totschlags angezeigt werden können. Mord war es nicht, da die Toten vor dem Ableben ebenfalls eine Waffe in der Hand hatten.
Bis zur Rangelei verliert der Film aber nicht an Tempo und erscheint nicht kitschig, auch wenn die Hauptperson in alle nur erdenklichen Fettnäpfchen tritt. Manfred Krug und Charles Brauer bringen den nötigen Humor in diesen Krimi und beenden ihn mit einem gemeinsamen Lied am Hamburger Hafen.
Bruce Lee (08 / 10)