Hände mit Eigenleben gibt es nicht erst seit „Die Killerhand“. Populär war sie bereits in den Sechzigern bei der „Addams Family“, auch eine Episode bei den „Todeskarten des Dr. Schreck“ widmet sich einer Klaue mit mörderischen Absichten. Vorliegender mexikanischer Beitrag ist zwar reichlich cheesy, doch handlungstechnisch wird durchaus für Abwechslung gesorgt.
Mark ist reich und gierig, denn als seine Arbeiter aus Aberglauben die Silbermine nicht mehr betreten wollen, gehen er und Gattin Jennifer persönlich hinab und finden nach kurzer Zeit eine Schatulle mit einer sagenumwobenen Teufelshand. Doch kurz darauf beginnt diese ein Eigenleben und jeder der diese berührt, entwickelt teuflische Züge…
Im Handumdrehen kommt allerhand Trash zusammen, denn aus Mumienstaub wird kurzerhand eine Killertatze, die wahlweise mal fliegen, mal ein Gesicht zerquetschen kann und offenbar immer weiß, wo sich Jennifer aufhält. Die hat so gar keine Handhabe gegen die Pfote und wendet sich an einen Priester, der auch mal handfest zulangen kann, etwa beim Sparring mit einem jungen Cop.
Handlungstechnisch ist zumindest immer etwas los, obgleich ein paar käsige Dialoge der nicht wirklich guten Mimen im Mittelteil überhand nehmen. Dazwischen gibt es kurze Autostunts, jemand wird angezündet und eine Entführung scheint von langer Hand geplant.
Handwerklich sind indes Abstriche zu machen, denn Felsbrocken sind deutlich als bemaltes Styropor auszumachen und auch die Killerhand ist nicht immer optimal in Szene gesetzt. Die Ableben sind zwar an einer Hand abzuzählen, doch das dazugehörige Make-up, speziell bei einem Verbrannten, hat definitiv Hand und Fuß.
Zumindest bietet das Zusammenspiel zwischen Jennifer und ihrem geistlichen Handlanger reichlich Stoff für unbeholfene Szenen, der Score, der partiell aus einem unglaublich schrägen Chor besteht, weiß nach dem fünften Einsatz zu gefallen und am Ende gibt es eine halbwegs garstige Pointe, die nicht gerade handzahm umgesetzt ist.
Bei diesem harmlosen, doch unterhaltsamen Stoff dürften Trashfreunde und Achtzigerfans Hand in Hand gehen…
6 von 10