Staffel 2
Van Zandt ist sozusagen endgültig in der Serie angekommen. Diese würfelt weiter mit Nebendarstellern umher, schickt einige über den Jordan, andere einfach aus dem Bild, auf dass sie vielleicht später nochmal eine Rolle spielen mögen. Vielleicht auch nicht.
Mögen sich die Gegebenheiten um ihn herum auch ändern, der Hauptdarsteller passt sich nicht an, macht sein Ding, bleibt stur der Fels in der Brandung. In seinen Manierismen lebt er auf, trägt seine tief hängenden Mundwinkel fast stolz zur Schau und bringt sämtliche Mafia-Oberhäupter der Filmgeschichte, inklusive seines ehemaligen Serienkollegen James Gandolfini, nicht nur in offensichtlichen Momenten der Parodie treffgenau auf den Punkt. Geschenkt die Gefahr, zur Karikatur zu verkommen: Über das norwegische Eis wackelt er unbekümmert wie der Pinguin, den Danny DeVito einst unter Tim Burton in Gotham City die Fäden ziehen ließ, rottet hinter sich vorwiegend loyale, dumme Weggefährten zusammen, ohne dabei aber die Menschlichkeit außen vor zu lassen, was vor allem aufs Konto Trond Faunas geht, der den Kleinganoven mit Herz hinter Van Zandt ungemein sympathisch anlegt.
Gegen Ende deutet die zweite Staffel an, schon früh im Gesamtwerk die New-York-Karte ausspielen und eine dritte Staffel in den Vereinigten Staaten anpeilen zu wollen, doch letztlich führt der Trip nur zur weiteren Verzahnung einer omnipräsenten US-Millionenmetropole mit einem seit 1994 vergessenen Schneeloch. So wie der NY-Titelsong anfangs von einer norwegischen Band im Flamingo gespielt wird, ertönt der norwegische Part später in New York. Und, Van Zandt sei Dank, am Ende möchte man einfach noch mehr Schnee sehen.
(7/10)