kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 15.09.2013
Die Sozialisierung des Zombies hat schon Romero selbst längst in die Wege geleitet, als er mit “Day Of The Dead” den dritten Teil seiner Zombie-Reihe drehte; in den Comedy-Sektor ist der umgängliche Zombie auch spätestens mit “Fido“ bereits eingedrungen. „Warm Bodies“ geht den Ansatz dennoch wieder ganz neu an, immerhin ist seither die „Twilight“-Trilogie geschehen und Romantik hatten wir in dieser Form mit Zombies noch nicht. Also ran mit den Jungstars an den verwesenden Speck, ein hübsches Mädel mit einem Zombie-Emo auf engen Raum gepackt und genug Zeit gegeben, damit beide sich über das „Geh weg, du ekliger Untoter“ hinaus mal besser kennenlernen. John Malkovich hat in einer Nebenrolle die Aufgabe, das Feld nicht ganz den Teenagern zu überlassen.
Nun weiß „Warm Bodies“ in den Anfangsminuten ja immerhin einige Zombie-Klischees geistreich zu verarbeiten und liefert auch manchen Insider-Gag (nie aber so pointiert wie etwa der Animationsfilm „Para-Norman“), macht aber gleichzeitig schon viel früher als erwartet einen großen Fehler: Er gliedert „nette“ Zombies und „böse“ Zombies fein säuberlich auf, um also trotz der lieben Untoten noch ein bequemes Feindbild zu haben. Anstatt das Wagnis einzugehen, einen natürlichen Verfallsprozess zu zeigen, bei dem die im Inneren noch lodernde Menschlichkeit irgendwann für immer erloschen ist, stehen die klassischen geschminkten Darsteller einer CGI-Meute entgegen, die eher an klassische tanzende Skelette erinnern als an Zombies.
Mit dieser Anlage lässt sich langfristig leider kein Blumentopf gewinnen; dass es später melodramatisch und kitschig werden würde, ließ sich ja schon aus dem Trailer lesen, hier war also ohnehin nicht viel zu erwarten, allerdings hätte man doch gehofft, dass der Fisch auch schon an der Flosse stinken würde.
Eine nette Alternation eines mittlerweile ganz offensichtlich in den Mainstream übergegangenen Subgenres, leider viel zu zahnlos umgesetzt.
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