Review

Inhalt (englische Fassung):

China, vor der kommunistischen Zeit. Yang (Henry Yu Yang) ist ein Berufsspieler, ein Zocker, der während einer Bahnfahrt in Kontakt mit einem Rumtreiber, Wu (Wu Ma), gerät. Die beiden versuchen sich gegenseitig über´s Ohr zu hauen, finden dann aber zueinander. Yang ist das "Gehirn" der beiden, und Wu lässt die Fäuste sprechen. Allerdings sind beide Männer herausragende KungFu-Fighter

Sie wollen den naiv-einfältigen Bank-Chef Fu (Chiang Nan) um dessen Goldreserven erleichtern, und spielen dabei die Bank gegen den Casino-Boss (Shih Kien) aus, dessen Schergen für ein Ablenkungsmanöver sorgen, und so Yang und Wu das Gold entwenden können.

Doch die beiden Gauner werden dabei selbst auf´s Kreuz gelegt, die Goldbarren sind Fälschungen. Der saubere Fu hält diese falschen Goldbarren in seiner Bank in Reserve, das echte Gold steckte er persönlich für sich ein.

Doch Wu und Yang holen zum ausgeklügelten Gegenschlag aus, dabei kommt es zu etlichen Kämpfen und schließlich zum Show-Down, zum Kampf gegen den Casino-Boss, um Leben oder Tod...!

Kritik:

Im Jahre 1974 drehte Regisseur und Darsteller in diesem Film, Wu Ma, diesen recht einfachen, kleinen KungFu-Streifen, der die Easternfans ohne großen Aufwand passabel und insgesamt recht flott unterhält.

In einfacher Kulisse, ein kostengünstig erscheinender B-Eastern, kommt durch zwei Buddies, 2 ungleiche dafür eigennützig-habgierige Helden, den Einsatz von Pistolen, etliche Gambling-Szenen, staubige Locations und die Gewalt, sowas wie Italowestern-Feeling auf, was dem Streifen ganz gut tat. Etwas Witz erhält der Film durch die Unterschiedlichkeit der beiden Heldenfiguren, die gewitzt und schlagfertig -im doppelten Wortsinn- agieren, und ala "Gauner gegen Gauner" einen brutal-coolen Casino-Boss und einen so schmierig-betrügerischen wie einfältig-naiven Bank-Chef hereinlegen und gegeneinander ausspielen.

Die Story läuft dabei größtenteils recht flüssig ab, manche Umständlichkeit sorgt allerdings für ein paar kleine Längen im Mittelteil. Doch läuft sich alles, wie die KungFu-Action die anfangs nicht so recht überzeugte, zurecht. Insgesamt kann "From China with Death" (der im Deutschen einen albernen Titel erhielt, was auf eine sinnentstellende Nonsens-Synchronisation hindeutet -mir ist die dt. Fassung indes nicht geläufig-) den eingefleischten Eastern-Fan noch passabel-ordentlich und flott "für Zwischendurch" bei Laune halten.

Henry Yu Yang und Wu Ma sind diese beiden Buddies, ein ungleiches Duo, daraus bezieht alles etwas Witz. Yu Yang sieht hier dem Eastern-Superstar Ti Lung zum Verwechseln ähnlich, und Ti Lung hätte diese Rolle wohl auch genauso gespielt wie Yu Yang. Als arroganter auftretender Gambler, mit Zigarillo zwischen den Zähnen und weißem Anzug, stets so nobel gekleidet wie cool-abgezockt, agiert Yu Yang denn im Rollenbild überzeugend.

Das Gegenstück bildet Wu Ma, ein Rumtreiber-Typ, eher lumpig gekleidet wie koddrig-ungehobelt im Auftreten, ist er eher für´s Grobe zuständig, lässt aber auch mitunter eine gewitzte Aura aufblitzen. Das passt ganz gut, und als ungleiches Buddie-Gespann würzen Yu Yang und Wu Ma den Film denn entscheidend was den insgesamt recht unterhaltsamen Eindruck dieses Eastern betrifft.

Die Villains sind gestandene und prominente Eastern-Darsteller, die das mimisch etwas überzogen, ebenfalls mit der nötigen Würze versehen: Shih Kien -einst im Jahr zuvor als Bösewicht in "Enter the Dragon" ("Der Mann mit der Todeskralle", siehe mein Review auf dieser Webseite) Teil der Legende Bruce Lee´s- ist hier der brutal-überhebliche Casino-Boss, der keinen Spaß versteht. Das spielt Shih Kien auf seine unnachahmliche Art, und er ist natürlich ein Pluspunkt dieser Produktion. Im Endfight gegen Wu Ma und Yu Yang ist er zudem actiontechnisch gefordert, im abschließenden Pas de Trois des KungFu, dem Highlight des Films.

Chiang Nan ist als Villain, der schmierig-schleimig auftritt, erste Wahl. Keiner hatte so ein schleimiges Grinsen so drauf wie Chiang Nan, ob als naiv-einfältiger Typ in kommödialen Eastern oder als Villain im klassischen KungFu-Actioner. Auch hier ist auf ihn Verlass, ihn, der hier einen Bank-Chef spielt der Dreck am Stecken hat, dass es qualmt.

Wong Sam agiert als überforderter Police-Officer solide, und die Neben-Parts mit den Bank- und Casino-Schlägern sind überraschend prominent besetzt, so sieht man da Yen Shih-Kwan, Fung Hak-On und Lee Chiu. Als "Extras" sollen hier gar Yuen Biao und Corey Yuen im Einsatz gewesen sein. Die weibliche Rolle spielt als resolut auftretende Dame die hübsche Mang Lee überzeugend.

Das Wichtigste ist natürlich wieder die KungFu-Action. Anfangs noch nicht so recht ansprechend, wird sie im Laufe des Streifens immer besser. Rasant-dynamische Kämpfe im reellen Stil gehalten, die Intensität und Brutalität nimmt sukzessive mit der Laufzeit des Streifens zu, die Techniken werden ausgefeilter -Yu Yang mit viel Beineinsatz, leider ist er kein zweiter Hwang Jang Lee oder John Liu, aber die Tritte sitzen-, und im letzten Viertel ist selbstredend KungFu-Fightaction-Total angesagt, mit dem Endkampf Shih Kien vs. Yu Yang & Wu Ma als abschließenden, intensiven Pas de Trois des KungFu. Das konnte soweit überzeugen.

"From China with Death" ist ein kleiner, insgesamt gefällig unterhaltender Genre-Beitrag für die eingefleischten Eastern-Fans, eher so "für Zwischendurch". Nicht mehr, nicht weniger.

6/10.

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