Inhalt:
China, anfangs der 1930er Jahre, der Krieg mit Japan ist in vollem Gange, weite Teile des Ostens sind in den Händen der Invasoren, so auch Shanghai.
General Yae Ho (Bae Ssu-Cheon) will den letzten Widerstand der Chinesen brechen, in dem die aufmüpfigen Ching-Wu-Kampfschulen geschlossen oder zerstört werden.
Auch der KungFu-Fighter Ching Ling (Bruce Le) gehört so einer Schule an. Bei seinem Meister (Chen Hsing) praktiziert Ching Ling in den Bergen weiterhin diese Form des KungFu, zusammen mit dem Mitschüler Kang Jin (Nick Cheung-Lik).
Da errreicht Ching Ling die Nachricht, dass auch seine Schule zerstört, und sein Bruder zudem getötet wurde. Ching Ling schwört den Japanern Rache, und bietet ihnen immer wieder die Stirn.
Und so wird auch Yi Ho, der Sohn des Generals, getötet.
Immer neue Kämpfer sollen Ching Ling und die letzten Reste des Wiederstandes stellen und vernichten.
Ching Ling weicht nach Korea aus, dass aber schon lange zum japanischen Empire gehört. Hier kommt er bei einem neuen Meister, Po Sai Lam (James Nam), unter. Zusammen mit dessen Tochter, der bildschönen Shu Shang (Kim Jeong-Nan), steht ein umfassendes Training an.
Ching Ling soll die Techniken des chinesischen Ching Wu-KungFu und des koreanischen TaekWongDo zu einer Kampf-Form bündeln..., und so zur Kampfmaschine werden.
Es gelingt Shu Shang, Zugang zum General zu erhalten, den sie bei einem Attentat beinahe tötet. Es kommt zum brutalen Kampf, als die Schergen des Generals Shu Shang stellen, doch kann ihr Ching Ling Entsatz bieten.
Zur endgültigen Entscheidung kommt es aber erst draußen..., als Ching Ling sich alleine gegen alle Japaner und deren Schergen, darunter zwei weißhaarigen, mit spezieller Technik antretenden Kämpfern, stellt.
Ein Show-Down auf Leben oder Tod ist unausweichlich....
Fazit:
Tja, bis fast zum Ende dieses Films, war ich geneigt, die schlechten Kritiken die dieser Streifen erhielt, nicht ganz nachvollziehen zu können, und hätte diesen Bruceploitationer mit durchaus sehr passablen 6 von 10 Punkten bewertet. Hätte...
So wahnsinnig trashig fand ich diesen Eastern bis fast zum Schluss gar nicht..., irreale Fliegereien, okay, dann dürfte fast gar kein Film von King Hu Klassiker-Status haben.
Darüber sah ich noch hinweg, aber das Ende mit diesem fast schon skurrilen Show-Down mit diesen lang-weißhaarigen beiden Fightern, statt einem hier diesen bis dahin passablen Film abrundenden, kernigen Final-Fight..., das verhindert hier eine bessere Note als mal so gerade ´mittelmäßig´.
In hell-klaren Bildern, dazu einer räumlichen Offenheit, aber auch einer fast schon pittoresken, winterlichen Bergwelt in der Bruce Le trainiert, einer durchaus Spannung aufbauenden Rache-Story, so geht Regisseur James Nam seinen Bruceploitation-Eastern gefällig an.
Dazu ein Cast, der überraschend prominent ist, und den eingefleischten Eastern-Fan mit der Zunge schnalzen lässt: Bruce Le, Chen Hsing, Chiang Tao, Bolo Yeung, Nick Cheung-Lik, James Nam..., das liest sich doch klasse.
Klar, der Film hat keine große Geschichte, keine epischen Bilder, und die Action ist nicht so spektakulär wie bei Bruce Lee..., aber ein grundsolide unterhaltender, harter KungFu-Actioner in den o.g. Bildern gehalten, mit Star-Cast und relativ stringent abgedreht, ist bis fast zum Schluss entstanden.
Soweit, so gut.
Dann versaubeutelt James Nam mit diesem skurrilen Show-Down den eigenen Streifen, vermeidbar und den Betrachter verwundernd. Hier gleitet denn "Bruce and Shaolin Kung Fu" doch noch ins richtig Trashige, und hinterlässt einen am Ende doch etwas enttäuschenden Eindruck.
Wenn James Nam hier einfach einen knallharten, kernigen Endfight in klassischen Techniken... Bruce Le gegen die Japaner, abgeliefert hätte, dann wäre der Streifen am Ende noch richtig rund -auch durchaus insgesamt- gewesen. Tja, hm.
Ziemlich sauber dreht die Regie hier also die Geschichte ab..., in der Bruce Le der fast kalte, kompromisslose Held ist, der das trocken heraus spielt.
Der Cast um ihn ist beinahe hochkarätig zu nennen, Chen Hsing sein Meister in den Bergen..., dann James Nam in Korea, Chen ein philosophisch-spiritueller Meister, offenbar ein ehemaliger Shaolin-Mönch. James Nam eher der gesetzt-pragmatische Sifu.
Das kontrastiert in besonderer Weise.
Nick Cheung-Lik ist Mitschüler Bruce Le´s, Side-Kick wäre wohl übertrieben, doch ist Nick´s Auftritt als bescheidener Kamerad des Helden, er der selber ein Super-Fighter ist, überraschend, und angenehm.
Chiang Tao und Bolo Yeung, sie sind die Schergen der Japaner und deren Generals. Nur actiontechnisch gefordert..., wobei Bolo Yeung, der Muskelkoloss, im Monkey-Style-KungFu agierend, wohl für den deutschen Titel "Der gelbe Gorilla" maßgeblich war.
Bae Su-Cheon ist als japanischer General hier der Haupt-Villain. Mit Helmut-Kohl-Brille agiert er arrogant und nur an Erfolgen interessiert, kalt und stoisch. Und wenn es nicht läuft, wird er ausfallend und cholerisch. Bae Su-Cheon spielt das gekonnt..., und ist der unsympathische Fiesling in diesem Eastern.
Lichtblick ist auch die überaus attraktive Kim Jeon-Nan..., die hier die taffe TaekWonDo-Fighterin ist. Zunächst sieht sie in ihrem traditionell-koreanischen Gewand aus wie eine nordkoreanische TV-Nachrichten-Moderatorin, im Kampfanzug in den Trainingssequenzen gefällt sie mir kleidungstechnisch besser.
Aber ich würde diese äußerst attraktive Actrice nur dann von der Bettkante stoßen, wäre ich mit den beiden attraktivsten und heißesten Frauen Deutschlands liiert: Fanny-Fee Werther und Jana Azizi.
Kim Jeon-Nan bietet zudem, als sie als Assassine den General fast tötet, und sich dann den Schergen in einem verzweifelten Kampf auf Leben und Tod stellen muss, die dramatischste und beste Szene in diesem Film.
Die KungFu-Action ist kernig, hart und bietet klassische Techniken. Bruce Le ist durchtrainiert und ein sehr guter Kampf-Künstler..., die Fight-Action ist im Wesentlichen überzeugend..., einige Tricks und irreale Fliegereien sind allerdings einmal mehr unvermeidlich.
Alles mehr als okay, ordentlich und passabel, für einen Bruceploitationer dieser Eastern-Gattung.
Das Ende hätte James Nam besser machen können, ja müssen, und das wäre ja möglich gewesen, da die Action ja zuvor passte.
So verbleibt es -leider, und der letzte Eindruck ist nun mal der Frischeste- bei durchschnittlichen 5 von 10 Punkten in meiner Bewertung. "Bruce and Shaolin Kung Fu" kann sich der eingefleischte Eastern-Fan geben..., Neu-Einsteiger ins Genre sollten eher zum echten Bruce Lee greifen.