Das Böse hat viele Gesichter, doch Dracula hat mit Bela Lugosi über Christopher Lee bis zu Gary Oldman zumindest ein paar gut besetzte Antlitze, allerdings scheint es genauso viele zu geben, die so rein gar nicht in das Bild eines edlen Blutfürsten passen. Ein Stuart Rigby etwa taucht eventuell in der Rolle eines Football Trainers, vielleicht auch in der eines versnobten Casanovas, doch als Dracula wirkt er eher wie ein bulgarischer Untergrundboss.
Doch das ist nicht alles, was Regiedebütant Patrick McManus in den Sand setzt.
Immobilienmakler Harker verscherbelt ein altes Fabrikgelände an den ominösen Vladimir Sarkany, der stets von seinem Diener Renfield umgeben ist. Beim Vertragsabschluss begleitet Lina ihren Mann und entdeckt ein Gemälde bei Sarkany, welches ihr verblüffend ähnlich sieht. Kurz darauf verändert sich die junge Frau, sehr zur Besorgnis ihres ahnungslosen Mannes…
Der Einstieg in einer Tiefgarage verheißt schon nichts gutes, als eine hübsche Bürofrau vom Blutfürsten hypnotisiert wird. Üble CGI, übertriebene Fratzen und schwache Kontaktlinseneffekte, dazu fließt kein Tropfen Blut, während Renfield beim ersten Vergleich seines Herren viel eher als Dracula durchgegangen wäre.
Kurz darauf gelingt zwar die Etablierung des glücklichen, aber noch kinderlosen Paares Harker, doch die Treffen mit dem Bösewicht entbehren jedweder Spannung, noch können die spartanischen Kulissen Atmosphäre schüren.
Besser wird es auch mit dem Auftreten von Van Helsing nicht, denn der Typ ist viel zu jung, wirkt komplett unerfahren und zu keiner Sekunde entschlossen genug, um ihm seine Mission abzukaufen. Ein paar wenige Flashbacks bringen ebenfalls nichts und so verkommt die Chose zu einem quälend langen Possenspiel ohne Nährwert, bei dem Gorehounds lediglich eine kurze Pfählung, ein Messer im Rücken und ein herausgerissenes Herz präsentiert bekommen.
Lediglich der Score vermag phasenweise zu gefallen, doch dafür könnte man auch schlichtweg etwas klassische Musik einlegen.
Die komplette Fehlbesetzung, die durch die Bank schwachen Mimen, die schlechten Effekte und die ausbleibende Dramaturgie sorgen letztlich dafür, es mit einem durchweg dilettantischen Beitrag zu tun zu haben, welcher der Vorlage eines Bram Stoker zu keiner Zeit gerecht wird, ob in moderner Umsetzung oder nicht.
Null Suspense, ausbleibende Tiefe, mangelndes Gefühl, von Sehnsüchten und Herzschmerzen ganz zu schweigen, können sich Fans des klassischen Blutsaugers jegliche Kosten sparen, denn der Streifen taugt schlichtweg nichts.
2,5 von 10