Review

Es gibt noch gute Nachrichten für junge deutsche Filmemacher im Horrorbereich, denn so dilettantisch wie das vorliegende Werk waren hierzulande lediglich Produktionen in den Achtzigern und Neunzigern inszeniert.

Bridgeport: Das alte Leopolds Hospital steht seit Jahren leer, doch Einheimische sind davon überzeugt, dass das Böse hier sein Unwesen treibt. Studentin Beth bekommt dies als erstes zu spüren, als sie für Recherchen das Krankenhaus betritt, jedoch vom Hausmeister und Psychopathen Stanley gefangen genommen und malträtiert wird. Kurz darauf verbringen ein paar sensationsgeile Teilnehmer eines paranormalen Exkurses einige Tage in den scheinbar verlassenen Mauern...

Der krude Genremix ist ein paar Herren zu verdanken, die größtenteils auch gleich selbst mitspielen, da augenscheinlich keine Profis in der Nähe waren und der entsprechende Bekanntenkreis bemüht werden musste. Der fette Tunichtgut ist dabei noch einigermaßen besetzt, doch der Rest der Riege nervt durch die Bank, ein peinlicher Dialog folgt dem nächsten, während selbstredend nicht ein Sympathieträger auszumachen ist.

Eigentlich könnte man den Streifen bereits nach zwei Minuten abschalten, da die plumpe Inszenierung, die komplett unsichere Kamera und das mangelnde Gespür fürs Wesentliche sogleich auffallen. Die stumpfsinnige Synchro unterstreicht diesen Eindruck deutlich und spätestens als der ohnehin schon minimalistische Score inmitten einer Szenenabfolge Lücken aufweist, wird deutlich, wie es bei der Nachbearbeitung des Materials zugegangen sein muss: Erst die Rohfassung mit Musik unterlegt, dann nochmal zur Schere gegriffen, - macht kein halbwegs normaler Filmemacher.

Stattdessen konnte man die weiblichen Mimen zumindest für ein paar Nacktszenen gewinnen, welche natürlich nur Lückenfüller sind, aber das ist der Film in sich auch schon, da sich der krude Genremix zu keiner Zeit zwischen Folter - und Geisterfilm entscheiden will.
Geister werden mithilfe billiger Projektionen und wenig Kontrast wahllos ins Bild eingefügt, dazwischen ergänzen ein paar unsägliche CGI minimale Gewaltszenen und etwaige Storywendungen deuten sich meilenweit gegen den Wind an, ergeben am Ende jedoch genauso wenig Sinn, wie das Konzept des "Bösen".

Am Ende ist das Werk noch nicht einmal unfreiwillig komisch, da das Stümperhafte eben mehr ärgert und nervt als auf einer anderen Ebene zu erfreuen, womit auch Trashfans deutlich gewarnt sind. Es bieten sich 70 Minuten Inhaltslosigkeit, gepaart mit laienhafter Inszenierung und Effekte, die über ein eingespieltes Kinderlachen aus dem Internetfundus nicht hinauskommen. So einen Erguss dürfte jeder halbwegs engagierte Filmfreund mit minimaler Erfahrung an der Kamera besser hinbekommen, selbst wenn er einfach nur eine halbe Stunde bei trübem Wetter im Schwarzwald drauflos filmt...
1 von 10

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