Review

Da haben wir also einen Miike-Streifen, der im deutschen Kino-Programm auftaucht. Und was bekommt man?
Einen soliden Yakuza-Film durch und durch, mit einem wortkargen aber ausdrucksstarken Hauptdarsteller. Geschildert wird der schnelle Aufstieg des Yakuza Rikuo und sein ebenso schneller Niedergang.

Die Regie wirkt gekonnt, die Bilder entsprechend drastisch und aussagekräftig aber moment mal, wir haben doch hier einen Takashi Miike Film vor uns und so verrückt es klingen mag aber der Konsequente und wenig überraschende Verlauf der Geschichte langweilt auf Dauer, wenn man Fudoh, Dead or Alive und Ichi the Killer kennt und schätzt.
Die Atmosphäre, die Miike aufbaut ist dicht aber auf Dauer zu pessimistisch. Ich meine, es passt zur Handlung aber bei Ichi the Killer und Fudoh hat es Miike auch nicht davon abgehalten, die Handlung mit schwarzem Humor oder anderem Kranken-Scheiss auf zulockern. Stattdesen sieht man hier X-mal den Konsum von Drogen aber das reicht bei einem Miike Film einfach nicht aus. Der Gewalt-Level ist solide aber im Vergleich zu den oben genannten Titeln eher Durchschnitt.. Die Optik ist auf Realismus gehalten und unterscheidet sich ganz klar von Leckerbissen wie Audition. Ebenso der Jazz-lastige Soundtrack, der die Stimmung sehr unterstreicht. Die Schauspieler arbeiten gut aber das Skript zieht die gesamte Geschichte doch etwas zu sehr in die Länge. Dead or Alive zeigt hier einen besseren und unterhaltsameren Weg. Und auch Ichi the Killer kann hier seine Laufzeit besser nutzen.

Also ist Graveyard of Honor im Endeffekt ein "ernster" Yakuza -Film, der unbequem und authentisch aussieht und somit wichtige Kriterien für einen guten Kinofilm erfüllt aber das reicht auf der Takashi Miike-Skala nicht aus, um über das Mittelmass hinaus zu kommen.

05/10

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