Takashi Miikes "Graveyard of Honor" erzählt die Geschichte vom ehemaligen Tellerwäscher Ishimatsu, der, nachdem er einem ranghohen Yakuza das Leben gerettet hat, selbst eine "Karriere" in den Reihen der Gangster macht. Durch seine unkontrollierbaren Gewaltausbrüche, gepaart mit einer unfaßbaren Kaltblütigkeit, macht er sich jedoch nicht nur Freunde. Als er aus Mißtrauen auf seinen Boß schießt und diesen schwer verwundet, beginnt eine gnadenlose Hetzjagd auf Ishimatsu.
Sehr beeindruckend, was Miike mit seinem neusten Werk, "Graveyard of Honor" auf die Leinwand zaubert. In geradezu hypnotisierend langsamen Bildern wird der Aufstieg und Fall von Ishimatsu geschildert. Die Durchgeknalltheit früherer Miike - Filme, wie "Ichi the Killer" oder auch "Dead of Alive" fehlt hier völlig. Ein besonderes Lob gebührt hier auch dem Hauptdarsteller Goro Kishitani, der Ishimatsu mit allen Facetten, vom erfolgreichen Mitglied der Yakuza, bis hin zum totalen Drogenwrack glaubwürdig verkörpert.
Zusammen mit einem tollen Jazz - Soundtrack entwickelt der Film eine ganz eigene, unglaublich intensive Anziehungskraft. Auch wenn er teilweise etwas zäh anzusehen ist, wird man zum Nachdenken angeregt. "Graveyard of Honor" ist also absolut kein Fastfood - Kino.
Wenn man überhaupt Kritik üben will, könnte man damit argumentieren, dass der Film durch und durch pessimistisch ist. Das liegt vor allen Dingen daran, dass sich der Zuschauer mit keiner vorkommenden Person identifizieren kann. Ishimatsu selbst ist ein absout unsympathischer Mensch, der Frauen vergewaltigt und nach Belieben tötet. Doch gerade dieser Aspekt verleiht dem Film einen ungekünstelten und vor allen Dingen ungeschönten Realismus.
Überraschend ist auch, dass sich der Level der explizit gezeigten Gewalt für einen Miike - Film in Grenzen hält. Zwar gibt es auch in "Graveyard of Honor" ein paar brutale Szenen, jedoch ist er absolut nicht mit einer Metzelorgie, wie "Ichi the Killer" zu vergleichen. Dieser Faktor steht dem Film ebenfalls gut zu Gesicht und macht ihn so zu Miikes reifstem Werk.
Insgesamt ist "Graveyard of Honor" ein Muß für alle Cineasten. In meinen Augen schon jetzt ein moderner Klassiker, den man gesehen haben sollte.
10/10 Punkte