Story:
Ryuichi, sein jüngerer Bruder Shunrei und ihr gemeinsamer Freund Chang wollen das Leben auf dem Land hinter sich lassen und machen sich auf nach Tokio, um dort Aufregendes zu erleben. Doch dort wird ihnen zuerst all ihr Geld von der Prostituierten Anita (Dan Li) gestohlen, sodass sie beschließen, sich ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Drogen zu verdienen. Ryuichi jedoch will noch weiter von seiner Heimat weg - er will nach Brasilien. Dafür benötigt er natürlich viel Geld, das er sich durch einen Bankraub sichern will. Doch der Bankraub artet in eine Katastrophe aus...
Kritik:
Nach Shinyuku Killers und Rainy Dog erschien auch der dritte Teil von Takashi Miikes "Black Society Trilogie" Ley Lines hierzulande bei I-ON auf DVD. In dem letzten Teil, der untereinander unabhängigen Filmen, geht es um den chinesisch-japanische Ethnokonflikt, das Leben in der Unterwelt sowie der verhehrende Einfluss durchgeknallter Prostituierter auf eherenamtliche Männerbünde. Kurz gesagt: Geld, Drogen und Sex.
In einer Miike-typisch betont neorealistischen Inszenierung, ähnlich den anderen Yakuza-Filmen, recycelt Miike eine anderswo bereits besser verfilmte Idee und bleibt auch in der Hausdisziplin des Tabubruchs hinter den Erwartungen zurück. So gibt es schon einige gewaltätige und abstoßende Szenen zu sehen, doch richtig mitreissend wirkt der Film nicht. Frage mich auch, ob Miike nicht vielleicht doch auf die ein oder andere Bett- und pornografische Szene hätte verzichten können. Naja.
Die Story wird besonders am Anfang zu schleppend erzählt und kommt erst gegen Ende richtig in Fahrt und endet auch in gewisser Weise seltsam. Schauspielerisch darf man keine Oscar-verdächtigen Leistungen erwarten, keine großen Stars, aber auch keine auffallend schlechten Akteure.
Der bessere Spannungsbogen ab ca. Mitte des Films und das Ende sowie vor allem der immer wieder auftauchende schwarze Humor verhindern aber, dass der Film langweilig wird und so doch ganz gut unterhalten kann.
Film: 6/10