Was soll man zu diesem kontrovers dikutierten Film sagen?
Ich würd sagen, wer den Film auf die reine Ausübung von Gewalt reduziert, macht einen Fehler: Zwar steht die Gewalt unzweifelslos im Vordergrund und der Film führt viele reiseriche Dinge,wie z.B: die Behauptung er beruhe auf wahren Tatsachen, so wie manche übertriebenen Ekelszenen auf- doch ist da noch etwas Anderes:
Es mag sein,dass ich an dieser Stelle zu viel in den Film reininterpretiere, aber der Schluß gab mir zu denken: der Samurai,der die Frau zerstückelt, schaut am Schluss des Films auf ein Bild indem Dämonen ebenfalls eine Frau quälen und zerstückeln, zusätzlich stimmter er einen okkulten Singssang an und spricht von der Hölle, während das Bild der Kamera über die Leichen gleitet- dies alles hat etwas Metaphorisches(die Leichen und all das Schlimme werden mit der Hölle gleichgesetzt); zudem erinnert er mich an die düsteren Traumsequenzen bei Akira Kurusawas Ran und Kagemusha; überhaupt sind im japanischen Raum verschiedene Dämonen- und Geisterdarstellungen weit verbreitet- auch in Kombination mit Träumen. Sieht man den Film als düstere Traumsequenz in der ein Dämon sein Unwesen treibt, erreicht er meiner Meinung eine andere,vielleicht sogar fast surreale Ebene........(dies aber nur als persönliche Gedanken hierzu).
Bedrachten wir den Film unter dem reinen Gesichtspunkt der Gewaltdarstellung, ist festzuhalten, dass die Gewaltdarstellungen zwar hoch und ausergewöhnlich explizit sind, aber uns emotional nicht besonders treffen, weil die Protagonisten(gleich we in einem Traum) charakterlos und blass bleiben und die Frau somit irgendwann für den Zuschauer nur noch ein rohes Stück Fleisch ist.-Shogun`s Sadism schockt uns hier weitaus mehr, da hier die Protagonisten mit Charakterzügen und Emotionen ausgestattet werden-wir uns somit in sie hereinversetzen können!
Zusätzlich möchte ich anführen, dass ich die Effekte nicht so gut fand, wie sie von einigen hier gerühmt werden; außerdem lässt der Realitätsanspruch,wenn man von einem solchen hier reden kann sehr zu wünschen übrig(als der Samurai sich daran macht, der Frau den Bauch aufzuschneiden, lebt sie noch, obwohl vorher in über 10 Minütiger Arbeit ihre Gliedmassen entfernt wurde,somit wären 4 Hauptaterien durchtrennt, was kein Mensch länger als 2 Minuten überleben würde, zudem ist der Blutverlust der Frau viel zu gering und damit unrealistisch dargestellt, auch sieht man bei den abgetrennten Gliedmassen im Querschnitt keine Aterien und Adern...........); wie authentisch der Film(und ob er wirklich nur so) verstanden werden will, weiß ich natürlich nicht.
Jedenfals kann ich aber behaupten, dass es übertrieben ist, ihn als härtesten Film darzustellen-wie bereits erwähnt sehe ich da mehrere Teile der Tokugawa Reihe deutlich davor(was Gewaltdarstellung und vor allem Wirkung angeht, erreicht der Schockgehalt dort eine ganz anderes Niveau).
Unter künstlerichem Gesichtspunkt betrachtet, aber ein guter Film, den man sich mal anschauen sollte, wenn man mal vom dösig, langweiligen Mainstream Kino weg will:
7 Punkte