Review

Und weil's so unschön war direkt noch einmal: Ja, das Sequelgesetz greift scheinbar auch bei Kurzfilmen und wenn man dann noch einen erfahrenen Horrormangaka wie Hideo Hino in den Regiestuhl setzen darf, dann kann man sich auf gar unfeines einstellen.

Wirklich mehr Handlung hat der Film nicht. Die heutige Alibitexttafel beschreibt "Flowers of Flesh and Blood" als Neuverfilmung eines Video anders, dass Hino angeblich von einem verrückten Fan zugespielt wurde. Der, ein überschminkter Freizeitsamurai mit schlechten Zähnen und nekrophil - sadistischen Zügen, hat seine Vorliebe für Mord, Folter und Floristik in seinem wirren Schädel unter einen nassen Hut gebracht und zeigt mittels verschiedener Werkzeuge und stets irre von Blumen schwafelnd, was man am menschlichen Körper auf gar keinen Fall tun sollte und schon gar nicht im Namen der Kunst. Im Anschluss an das Entgliedern, Enthauoten und Ausweisen seines Opfers präsentiert uns der alte Ranzer eine Kollektion selbstgemachter Leichenkunstwerke, bei dem selbst Ed Gein sich in seinen wenigen hellen Momenten gefragt hatte, was der Scheiß soll.

"Das ist jetzt Kunst!", das soll der Scheiß. Zumindest denke ich, dass der Film darauf anspielt, wenn auch eher aus Alibigründen. Entweder das oder Herr Hino wollte uns Zuschauern mal zeigen, warum Amateure die Zaubernummer mit der zersägten Jungfrau nicht ohne professionelle Anleitung ausprobieren sollten. Der Zirkusgedanke ist gar nicht mal so abwegig, wirkt doch hier alles bewusst artifiziell und teilweise schon cartoonesk. Die Geräuschkulisse, das Schauspiel des vorgeblich Mörders... Hier geht der Realitätsanspruch aus Teil 1 schon halbwegs flöten, wobei ich auch hier nachvollziehen kann, warum Menschen dies hier für voll nahmen. Auch verstehe ich hier vollkommen, dass der Film immer noch dem Index und damit dem kommerziellen Tod in Deutschland geweiht ist. Aber auch hier gilt: Der Film entlarvt sich durchaus selbst, wenn er sein wüstes Treiben nicht gerade mit dem Ästhetikgeschwafel von Lord Hackfresse rechtfertigen versucht. 

Auch hier: einmal und nie wieder. Man hat noch nichtmal auf Effektebene was verpasst, nichts Gutes zumindest. Immerhin zeichnet hier sich der Weg weg von der reinen Folterdarstelling zu mehr Handlung ab.

Den hinter mich gebracht freue ich mich jetzt schon diebisch auf "He never dies", den dritten Teil. Der Shortie mit dem suizidalen Salaryman, der am Ende als labernder Kopf seinen eigenen Freitod überlebt ist der erste Teil der Reihe, den ich als vollwertigen Film ansehe. Und übrigens der einzige, den ich richtig mag. Den hier... Nicht so. Zwei Sterne, weil ich dem Film leider schon lassen muss, dass er einen handwerklichen Fortschritt zum ersten darstellt. 

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