Mittlerweile spielt es in vielen Fällen keine Rolle mehr, ob es sich im Subgenre um Werwölfe oder Vampire handelt, denn seit der Welle um „Twilight“ liegt der Fokus eindeutig bei dem üblichen Teeny-Gedöns, während eingefleischte Horrorfans schwach bis gar nicht bedient werden. Auch „Love Bite“ bildet da keine Ausnahme, denn der Stoff wirkt eher wie eine Aneinanderreihung von Versatzstücken aus „American Pie“.
Rainmouth ist ein kleines Küstenkaff in England, in dem die Schüler um Jamie (Ed Speleers) kurz vor der Berufswahl stehen und mit allen Mitteln, aber grundlegend erfolglos versuchen, ihre Jungfräulichkeit loszuwerden. Als die hübsche Juliana (Jessica Szohr) in den Ort kommt, verdreht sie Jamie rasch den Kopf, doch der skurrile Sid (Timothy Spall), der sich als Werwolfjäger ausgibt, warnt den Jungen eindringlich vor einer Liaison…
Manchmal wird die Spannung durch das Nichtzeigen einer Bedrohung merklich in die Höhe getrieben, doch in diesem Fall wird diese erst gar nicht spürbar. Stattdessen werden die Jungs mit plumpen Sprüchen und billigen Anmachversuchen eingeführt, bei denen Jamie als moralische Instanz zwar außen vor bleibt, doch die alberne Stimmung wird nur äußerst selten von wirklich lustigen Situationen durchbrochen. Kleine Randerscheinungen wie ein fieser Dorfbulle oder ein merkwürdiger Hotelgast sorgen zwar phasenweise für Abwechslung, doch von Horror oder gar gruseliger Atmosphäre fehlt weit und breit jede Spur.
Es ist genau Minute 67, als der Werwolf erstmalig in seiner Gänze in Erscheinung tritt, allerdings ist die Ausleuchtung, vielleicht auch bewusst unzureichend, so dass letztlich kaum blutige Attacken zu verzeichnen sind. Ein Aufspießen und ein paar Kratzer fallen völlig harmlos aus, was den Eindruck eines jugendgerechten Streifens nochmals fördert.
Das Finale läuft indes viel zu überhastet ab und gipfelt in einer äußerst albernen Pointe, welche allenfalls extremen Trashfans zusagen könnte.
Darstellerisch wird zumindest passables Niveau geboten, da es Ed Speleers gelingt, einen sympathischen Pechvogel zu verkörpern, während Jessica Szohr zumindest eine leicht erotische Komponente mitbringt. Ihr Pendant Timothy Spall sorgt indes für etwas Situationskomik, auch wenn er die eigentliche Handlung zu selten vorantreibt.
Diese tritt schlichtweg viel zu lange auf der Stelle und sorgt mit primitiven Albernheiten für Verdruss beim eingefleischten Horrorfreund, der statt alberner Zoten lieber etwas Werwolfaction erleben würde.
Folgerichtig können nur Bruchteile des Streifens überzeugen, da der Horroranteil viel zu gering ist, zu selten Spannung aufkommt und die bedrohliche Stimmung lediglich während der letzten Minuten spürbar wird. Handwerklich okay performt, dürfte es der Streifen mit seinen zuweilen niveaulosen Momenten schwer haben, beim Zielpublikum zu landen. Wer auf „American Pie“ stand, könnte eventuell noch fündig werden, Freunde eines bissigen Lykanthropen werden demgegenüber mächtig enttäuscht werden.
3,5 von 10