Review

Story:
Der Zuhälter Han-ki begegnet auf der Straße die junge Kunststudentin Son-hwa. Er verfolgt sie mit seinen Blicken, sie wendet sich ab und geht zu ihrem Freund. Doch der Zuhälter ist gewöhnt, sich zu nehmen, was er will: Er fällt über Son-hwa her und presst seine Lippen gegen ihre. Ihr Freund schafft es sie zu trennen und sie fordern, dass Han-ki sich entschuldigt. Doch er denkt nicht dran. Auch als Soldaten dazukommen, bringt er kein Wort heraus und schließich bespuckt Son-hwa ihn.
Das hätte sie besser nicht getan. Aus Rache lockt er sie in eine perfide Falle:
Spoiler:
Er klaut mit Hilfe seiner zwei Zuhälterkollegen die Brieftasche eines Mannes und legen diese unbemerkt neben Son-hwa in einer Bücherei ab. Sie findet sie und will mit dem Geld fliehen. Inzwischen hat der Besitztümer das gemerkt und packt sie sich. Doch es fehlt eine Menge Geld und da sie nicht zur Polizei wollen, bringt er sie ins Rotlichviertel, wo sie einen Vertrag unterschreiben muss. Fortan wird sie in dem Rotlichtmileau gefangen gehalten und gezwungen, ihren Körper zu verkaufen. Noch weiß sie, nicht wer dafür wirklich verantwortlich ist. Doch das ist nicht das einzige Problem.
Das Bordellzimmer hat einen Spiegel, durch den Han-ki sie beobachtet. Nach und nach wird Son-hwa gefügiger, es entwickelt sich eine, wenngleich seltsame Beziehung zwischen den beiden.


Kritik:
Wie auch schon in Seom - Die Insel und Samaria geht es in Bad Guy um die Prostitution. Aber natürlich nicht in erster Linie. Denn wer schon einige Filme von Kim Ki-Duk gesehen hat, weiß, dass man ganz genau die Bilder betrachten muss und dann alles andere drumherum etwas anderes beabsichtigt und die subjektive Meinung des Regisseurs wiederspiegelt.
Auch in Bad Guy ziehen sich wieder ein paar Dinge als roter Faden durch die Geschichte. Gegensätzlichkeiten ziehen sich an. So z.B. die doppelte Demütigung zu Beginn des Films: Der aufgezwungene Kuss und das Angespuckt-Werden. Liebe und Hass, Ekel und Zärtlichkeit treffen im Verhältnis von Han-ki und Son-hwa immer wieder aufeinander.
Spoiler:
In einer ihrer ersten gemeinsamen Szenen im Bordell streichelt er sie, während sie schläft, sie erwacht und kotzt ihm auf die Schulter.
...
Er küsst sie ohne dass sie es weiß, durch den Spiegel, als sie ihr verweintes Gesicht an diesen im Bordellzimmer presst.
...
Bei einem gemeinsamen Ausflug an den Strand findet Son-hwa ein zerschnittenes Foto vergraben im Sand, das ein Liebespaar zeigt, nur die Köpfe fehlen. Son-hwa klebt die Teile zusammen auf den Spiegel, Kim Ki-duk montiert durch die Wahl der Kameraperspektive ihren und Han-kis Kopf hinein. Ziemlich genial!

Grund zur Kritik habe ich nur wegen ein paar kleinen Logiklöchern, die einem ggf. durch die teils plötzlichen umkehrenden Handlungsstränge und Szenenwechsel entstehen. Ansonsten ist Kim Ki-Duk wieder ein großartiger Film mit viel Gefühl, Leid und Gewalt gelungen, der zudem noch wieder ein dermaßen makabres Ende enthält, dass es einen umhaut.

Fazit: Bad Guy bietet eine tragische, kontroverse Liebesgeschichte, in wieder sehr ästhetischen Bildern serviert. Fans von Ki-Duk und des koreanischen Kinos kommen auf ihre Kosten, Zartbesaitete, Ungeduldige und Logik-Fanatiker weniger.

Film: 9/10

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