"Wie fühlen sie sich, Sheriff?" ... "Alt!"
Ray Owens (Arnold Schwarzenegger) ist Sheriff der kleinen Stadt Summerton an der Grenze zu Mexiko, wo für gewöhnlich nicht viel passiert. Dies ändert sich jedoch, als Drogenbaron Gabriel Cortez (Eduardo Noriega) dem FBI in Las Vegas entkommt. Mittels einer umgebauten Chevrolet Corvette durchbricht er jede Straßensperre und hängt selbst Polizeihubschrauber ab. Agent John Bannister (Forest Whitaker) wendet sich an Owens. Er soll auf jeden Fall dafür sorgen, dass Cortez nicht die Grenze nach Mexico überschreitet. Owens bereitet sich mit seinem Team auf die Ankunft des Drogenbarons vor und versperrt die Straßen, unwissend, dass Cortez bereits Burrell (Peter Stormare) mit einigen Handlangern vor Ort hat, um für seine Sicherheit zu sorgen.
10 Jahre sollte es dauern bis Arnold Schwarzenegger ("Terminator"-Reihe, "Conan"-Reihe) nach dem Beginn seiner Politkarriere wieder eine Hauptrolle übernimmt. Das Comeback des österreichischen Superstars ist jedoch etwas ernüchternd, denn "The Last Stand" ist eine vorhersehbare Fingerübung mit einer vergleichsweise unaufgeregten und ruhigen Inszenierung.
Ein wenig mehr an Action hätte es sein dürfen. In den ersten beiden Dritteln, in denen letztlich bloß alle Parteien für den Showdown in Position gebracht werden, ist der Film richtiggehend leer und somit auch ziemlich beliebig und langwierig. Die Kulissen werden nie lebendig, sämtliche Figuren enthalten Klischees und die Handlung erweist sich als sehr linearer Spielplatz. Dinge über die man hinweg sehen würde, würde denn mal etwas Spannung aufgebaut werden.
Auch diverse Logikfehler und die wacklige Kameraführung wollen nicht in das Kozept passen. Zumindest stimmt der sebstironische Ton, der immer mal wieder für einen Lacher sorgt.
All dieser schwerwiegenden Probleme zum Trotz findet "The Last Stand" im Finale dann doch noch wie durch ein Wunder zu sich. Bis dahin mag der Film flüchtig wirken aber im Explodieren der Schüsse und dem Krachen ihrer Einschläge entwickelt er eine ungemeine Physis, eine Unmittelbarkeit, die nach dem beliebigen Auftakt fast erschreckt. Ganz im Western-Stil setzt er eine trockene Schießerei nach der anderen, die in ihrer Kürze auch ein paar heftige Gewaltspitzen zulassen. Zumindest wenn man zu der ungekürzten Variante greift.
Vor allem das ältere Publikum wird mit dem gealterten Arnold Schwarzengger seine Freude haben. Das Charisma passt wie eh und je und mit trockenen Onelinern und einer netten Ausgangslage hat Schwarzengger einige Trümpfe auf seiner Seite.
Manche werden sicher auch Freude an den schrägen Auftritten von Johnny Knoxville ("Jackass") und Luiz Guzman ("War", "Magnolia") haben, die an der Seite von Schwarzenegger für die humoristischen Einfälle verantwortlich sind. Andere wird ihr Gehabe aber auch recht bald nerven. Neben dem Hauptdarsteller finden sich jedoch ohnehin keine Darsteller die in irgendeiner Hinsicht hängen bleiben, was besonders für Peter Stormare ("8mm - Acht Millimeter", "Lockout") sowie Forest Whitaker ("8 Blickwinkel", "Panic Room") schade ist.
"The Last Stand" ist ein eher zwiespältiger Film, der auf der einen Seite mit einem durchaus souveränen Hauptdarsteller punktet, der seine Rolle als alternden Sheriff recht charismatisch auf den Punkt bringt, aber andererseits an seiner etwas inhomogenen Durchmischung von alter und neuer Präsentation krankt. Die Laufzeit ist für die schlichten Charaktere und die geradlinige Handlung zu lang, was sich durch sehr viel Leerlauf bemerkbar macht. Das Finale und die rar gesäten Actionszenen wiederum sind sehr stimmungsvoll. Mal abwarten, ob das Comeback von Schwarzenegger noch weitere und vor allem höherwertige Unterhaltung bringt.
4 / 10