Hallo zusammen,
ich weiß nicht warum, aber mir gefällt der Film einfach sehr gut. Zum einen finde ich Rockergangs irgendwie faszinierend und zum anderen mag ich Filme, die in den verwegenen Wüstengebieten der USA spielen und in denen durchgeknallte Persönlichleiten vorkommen. Und da ist Made of Steel der einzige moderne Film, der die Rockerthematik einigermaßen realistisch darstellt, wenn man ihn zum Beispiel mit "Stone Cold - Kalt wie Stein" vergleicht, der eher ein übertriebener Actionfilm ist. Jedes mal wenn er mal wieder zufällig im Free TV kommt, dann schalt ich den Fehrnseher ein und kann nicht mehr wegschalten, obwohl ich ihn sicherlich schon 5- oder 6-mal gesehen hab.
Zur Story:
Der durch seine Kindheit psychisch angeschlagene Cop Dan Saxon lässt sich für das FBI in eine der gefährlichsten und größten Rockergangs von Arizona einschleusen, um Beweise für deren Drogen -und Waffengeschäfte zu sammeln. Je mehr er in das Milieu gerät und desto mehr er Anschluss zu dem harten Kern der Bande findet, desto mehr sackt er auch moralisch ab und weiß zum Schluss nicht mehr zu wem er halten soll. Er fängt an Drogen zu nehmen, aggressiv zu werden und steht irgendwann vor einer seiner wichtigsten Entscheidungen, die sogar etwas mit der Bewältigung seines Kindheitstraumas zu tun hat.
Der Film ist spannend und interessant aufgebaut. Man bekommt irgendwann ebenfalls eine gewisse Sympathie für die verwegenen Rockergestalten und stellt sich fast schon selbst die Frage, ob man mit den Rockern nicht besser dran ist, als mit dem FBI. Doch dann wendet sich das Blatt und es wird deutlich, dass das Gewissen und die Moral des Polizisten noch nicht gänzlich abhanden gekommen sind.
Hierbei gefällt mir besonders die Verwandlung des Polizisten, sein psychisches Abdriften in den Wahnsinn und die leicht psychedelisch angehauchten Sequenzen, in denen er Versucht seinem Kindheitstrauma Herr zu werden. Sicherlich ist das kein Blockbuster, aber dennoch ist es der einzig realistische und sehr unterhaltsame Rockerfilm, den ich kenne. Charly Sheen spielt recht souverän und Michal Madsen ist wie immer ne Wucht. Weniger gefällt mir die Liebesgeschichte, die sich parallel zur Handlung abspielt, aber die stört nicht sonderlich.
Normalerweise würde ich 8 von 10 Punkten geben, aber die Tatsache, dass der komplette Film auf einer wahren Begebenheit beruht und der historisch echte Polizist in einer Komparsenrolle mitgespielt hat, hat meine Meinung auf 9 von 10 Punkten angehoben. Da hab ich zum Schluß schon ganz schön gestaunt.