Mal wieder wird ein Cop undercover in ein fremdes Milieu reingewürfelt, um dort mit kriminellem Gesocks aufzuräumen. Neben Keanu Reeves, Wesley Snipes und Paul Walker trifft es nun auch Charlie Sheen (Young Guns), der aber zur Abwechslung mal nicht unter irgendwelchen Sport-Freaks ermitteln muss, sondern in einer beinharten Rockergang, die sich ihr täglich Brot mit allerlei illegalen Tätigkeiten verdienen...
Cop Saxon (Charlie Sheen) bekommt den Auftrag seines Lebens. Als Undercover-Bulle wird er in eine Motorradgang eingeschleust, die in der Wüste von Arizona illegalen Waffen- und Drogenhandel betreibt. Saxon steigert sich dermaßen in seine neue Persönlichkeit namens Sid hinein, dass ihn nichts mehr von Bandenboss Blood (Michael Madsen) und der korruptesten Biker-Gang Amerikas unterscheidet. An der Seite von Blood kämpft er am Ende gnadenlos gegen seine einstigen Kollegen. Erst als eine Unschuldige sterben muss, findet Saxon seine Identität wieder...
Mit Zottelbart kaschiert Charlie Sheen seine "Junge Wilder"-Visage und makiert denn ganz harten Rocker sowie den Undercover-Cop mit der nötigen Tiefe, auch wenn sich ab und zu Klischees nicht vermeiden lassen. Michael Madsen (Sin City) darf wieder mal den brutalen Dreckssack spielen, was er inzwischen aus dem Stand heraus beherrscht. Als Love Interest haben wir hier Linda Fiorentino (Dogma), die recht knackig rüberkommt, aber außer Fotos knipsen, ein bisschen Blabla und Spielchen in der Horizontalen nichts zu tun hat. Zu Beginn ist dann noch Rip Torn (Men in Black) in einer Nebenrolle zu sehen.
Zugegeben... "Made of Steel" schwimmt nahezu nur in Rocker- und Biker-Klischees, was aber gerade das spaßige an dem Streifen ist. Zwar nimmt sich der Film ernst, doch der Zuschauer kommt dank den Allüren der Rocker nicht dazu, ihn ebenfalls ernst zu nehmen. Und so kloppen sich die durchgeknallten Rocker entweder sich gegenseitig und anderen Leuten eines auf die Zwölf, sind besser bewaffnet als die Taliban und knallen sämtliche Drogen weg wie Kaugummi. Herrlich auch der Anblick der Rocker-Armee auf der Straße mit alle ihren Bitches auf den heißen Öfen. Das kann schonmal den Eindruck erwecken, als hätte man sich an einer Realverfilmung der Comicfigur Werner und deren rockigen Kumpanen versucht. Ansonsten bekommt man leichtes Charakterspiel von Sheen und einen freizügigen Auftritt von Fiorentino geboten, was die übertriebenen Rocker-Allüren prima ergänzt und "Made of Steel" somit zu einem spaßigen Vergnügen macht, bei dem es auch mal die eine oder andere härtere Szene gibt. Etwas unglaubwürdig wirkt hingegen die ziemlich zügige Rekrutierung eines Rockers, den Saxon in irgendeiner Bar aufgegabelt hat. Ohne weitere Hintergedanken macht er den Depp zu seinem Gehilfen, der Saxon mit dem nötigen Feedback versorgt. Prima finde ich auch die trockene und staubige Atmosphäre der Wüstenlandschaft Arizonas. Das Ganze wird dann noch von ordentlicher Rockermucke abgerundet.
Wenn man sich nicht durch sämtliche Klischees stören lässt, kann man mit "Made of Steel" durchaus seinen Spaß haben und sich hervorragend unterhalten lassen.