Larry Ferguson schrieb die Drehbücher zu "Maximum Risk, Alien 3" und auch "Highlander", für sein Regiedebüt nimmt er sich nun die angeblich wahre Geschichte des Undercover Cops Daniel Saxon vor. Der arbeitete hier als Komparse mit, das Drehbuch schrieb Ferguson. Wer jetzt einen Actionfilm ähnlich "Stone Cold" erwartet wird mit größter Wahrscheinlichkeit enttäuscht sein, denn "Made of Steel" ist der bodenständige Genrekollege. Man kommt größtenteils ganz ohne Action aus, was bei dieser langen Laufzeit schon zum Problem wird. So reicht es im Endeffekt nur zum Durchschnitt, obwohl Potential in dem Stoff schlummert.
Daniel "Dan" Saxon (Charlie Sheen) hat seine tragische Kindheit immer noch nicht verdaut, nun wird er auch noch als Cop gefeuert. Doch kurz darauf tritt der FBI-Agent Conroy Price (Courtney B. Vance) an ihn heran und bietet ihm eine zweite Chance. Undercover soll sich Dan in die Motorrad-Gang von Blood (Michael Madsen) einschleußen, um dessen Waffen- und Drogengeschäfte aufzudecken. Dan nimmt an und findet in dem Mechaniker Virgil (Leon Rippy) einen Verbündeten. Virgil bringt ihm alles bei und führt ihn in die Szene ein. Dabei lernt Dan auch die Fotografin Renee Jason (Linda Fiorentino) kennen. Erfolge lassen nicht lange auf sich warten, doch das Milieu zieht Dan immer tiefer in einen Sumpf aus Verbrechen, er droht selbst zu einem Gesetzlosen zu werden.
Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit und wurde dementsprechend realistisch umgesetzt. So kümmert sich Ferguson intensiv um seine Hauptfigur Dan, der nach dem Tod seiner Eltern von seinem Onkel großgezogen wurde. Der war Polizist und hat Dan misshandelt, was auch in kleinen Rückblenden immer wieder zu sehen ist. Auch war Dans Mutter Indianerin und er fühlt sich ein wenig zu dieser Kultur hingezogen, wie die Gespräche mit dem alten Indianer beweisen. Doch Dan ist mit seiner Vergangenheit immer noch nicht ins Reine gekommen und im Endeffekt ist ihm sein eigenes Leben nicht viel wert. Wahrscheinlich nur deswegen nimmt er diesen gefährlichen Job an. Was "Made of Steel" nun interessant macht ist, dass Dan keine Ahnung von der Szene hat. Seine Versuche Kontakt zu knüpfen bleiben erfolglos, erst durch den Mechaniker Virgil kommt er in Kontakt mit Blood. Auf diverse Machospielchen wird dabei größtenteils verzichtet, auch benehmen sich die Biker nicht immer komplett daneben, wie es in anderen Filmen üblich ist. So darf die Fotografin Renee ohne Angst vergewaltigt zu werden ihre Reportage anfertigen, leider drosselt die beginnende Lovestory das eh schon niedrige Erzähltempo noch weiter. Renee hat auch noch ein kleines Balg, deren Zusammentreffen mit Dan sind genau solche Süßholzraspel-Momente wie sie dem Film überhaupt nicht stehen.
Auf Action muss dabei größtenteils verzichtet werden und auch die Spannung hält sich in Grenzen, weil Dan nie Gefahr läuft enttarnt zu werden. So beschränkt sich Ferguson auf kleinere Kloppereien, die alle sehr old schoolig ausfallen. Von der Schusswaffe wird nur seltenst Gebrauch gemacht. Wie bei allen Filmen dieser Gattung fühlt sich Dan bald wohl in der Szene und beginnt sogar Drogen zu konsumieren. Price und nicht mal Renee scheinen ihn auf den richtigen Pfad zurückbringen zu können, besonders hier kommt die realistische Seite zum Tragen, wenn man sich mal in Dan hineinversetzt. Blood und er werden sogar beste Kumpel, was das Unterfangen zusätzlich erschwert. Dabei scheitert "Made of Steel" letztenendes an den zahlreichen Längen, die das Geschehen zu sehr prägen. Aufgrund des realitätsnahen Szenarios hätte mehr Action nicht viel Sinn gemacht, aber man hätte sich in vielen Szenen kürzer fassen können und hätte das selbe Ziel erreicht. Optisch hat Ferguson gute Arbeit geleistet und der Score, unter anderem "Road to Hell" von Chris Rea", ist klasse. An Charlie Sheens (Two and a Half Man, Rookie - Der Anfänger) Schauspiel gibt es nichts auszusetzen, seine Verwandlung vom Cop zum Biker ist glaubwürdig, dem haben selbst Courtney B. Vance (Die 12 Geschworenen, Space Cowboys) und Linda Fiorentino (Liberty Stands Still, Dogma) nicht viel entgegen zu setzen. Ebenfalls sehr gut Michael Madsen (Kill Bill, Species) als Blood.
Genau das Gegenteil zu "Stone Cold", leider an Langatmigkeit gescheitert. Dabei haben wir einen interessanten Hauptcharakter, wobei die Story wieder nur die klischeebeladenen Biker zu bieten hat. Action ist absolute Mangelware, aufgrund einiger Längen sieht es spannungstechnisch nicht rosig aus, immerhin die Darsteller können punkten. Eigentlich schade, vielleicht wäre weniger hier mehr gewesen.