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„Made of Steel – Hart wie Stahl“ schickt Charlie Sheen als Undercovercop in eine Motorradgang, unterliegt dem vergleichbaren „Stone Cold“ aber.
Daniel 'Dan' Saxon (Charlie Sheen) ist Polizist und hat indianisches Blut in seinen Adern – weshalb er als Kind unter seinem Onkel leiden musste, der ihn aufzog. Als ein alter Indianer auf ein Baufahrzeug schießt, springt Dan prompt als Vermittler in die Bresche – und erntet direkt Tadel von seinen Indianer-hassenden Vorgesetzten. Dan quittiert erbost den Dienst. Dans indianische Wurzeln werden vom Film immer wieder aufgehoben und fallengelassen, weshalb das Thema nur eine Randerscheinung bleibt.
Doch Dan erhält einen verlockenden Auftrag: Er soll als Undercovercop die Bikerszene infiltrieren und dabei Drogen- und Waffengeschäfte aufdecken. Doch auch mit Schnauzer und Rockermähne bekommt Dan keinen Kontakt, ehe ihm der Mechaniker und Rocker Virgil (Leon Rippy) beibringt sich richtig zu benehmen. Auch wenn der Film auf einer wahren Begebenheit beruht, so kann man gewisse Klischees nicht abstreiten: Die Bikerfreiheit, die übertriebene Treue zum eigenen Club, die Streitsucht usw.

Tatsächlich kann Dan unter dem Spitznamen Sid bei der Gang der „Jackals“ unter der Führung von Blood (Michael Madsen) einsteigen und emsig Beweise liefern. Neben seinen Fahndungserfolgen kann er auch eine Beziehung mit der Fotografin Renee Jason (Linda Fiorentino) anfangen, welche die Biker ablichtet. Doch der Stress des verdeckten Ermittelns beginnt bald Auswirkungen auf Dan zu zeigen, dem bei Auffliegen seiner Tarnung der Tod droht...
„Made of Steel“ kommt im Vergleich zu „Stone Cold“ ohne große Action aus, was den Film zwar tiefgründiger, aber auch etwas lahmer und unspektakulärer macht. So sind die wenigen Konfrontationen kurz und realistisch gehalten. Hierbei wird auch immer mal wieder dem Biker-typischen Machotum gehuldigt (z.B. als Mutprobe mit dem Motorrad in einer Farmerkneipe fahren). Dafür ist der Soundtrack sehr stimmig; vor allem der Song von Bruce Springsteen geht sehr unter die Haut.
Die Story ist ganz gut erdacht und besitzt auch ein paar ordentliche Wendungen, ist aber etwas zu tempoarm und gedehnt. So hätte man den Film ohne weiteres straffen können ohne etwas von dem leider nur durchschnittlichen Maß an Spannung zu verlieren. Ab und zu ist der Film etwas zu unglaubwürdig, z.B. die Szene mit der Dynamitstange bei der Aufnahmeprüfung (auch wenn sie durchaus zum Schmunzeln animiert).

Recht gut gelingt die Psychologisierung der Hauptfigur: Man kann den ernormen Druck, der auf Dan lastet, sehr gut spüren und nachvollziehen. Das andauernde Aufnehmen und Fallenlassen seiner indianischen Roots irritiert etwas, denn es trägt kaum etwas zur Geschichte bei und das obwohl die Schattenparabel des alten Indianers immerhin den Originaltitel „Fixing the Shadow“ hergibt.
Charlie Sheen spielt seine Rolle überzeugend, so dass man ihm den gestressten Undercovercop jederzeit abkauft. Michael Madsen ist mal wieder cool dämonisch und auch Linda Fiorentino macht ihre Sache gut. Die Nebendarsteller liefern ebenfalls keinen Anlass zur Klage und spielen OK.

So bleibt ein zwar atmosphärischer Undercoverstreifen, der aber etwas langatmig und actionarm geriet und deshalb nicht aus der Masse heraussticht.

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