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Zwei mittelschwer unterbelichtete Jugendliche haben in ihrer Freizeit fast immer nur völligen Blödsinn im Kopf, vor allem wenn sie dabei auch noch ziemlich stoned sind. Da wird nicht nur der Kopf eines Freundes mal eben als lebendige Dartscheibe benutzt, sondern vor allem im Internet die verrücktesten Videos reingezogen und hochgeladen. Youtube bietet dafür seit je her die richtige Plattform, wäre da nicht der gehasste Junge von nebenan, der sich zahlreiche Streiche ausgedacht hat. Da schwören sich die beiden Jungs grausame Rache und beschäftigen ihn eine Weile mit der Suche nach dem sagenumwobenen gefährlichen „Movie 43“. Dumm nur, dass sie dabei auf die schrägsten und verrücktesten Aufnahmen stoßen, die das Netz zu bieten hat.

Der Film mit dem wenig aussagekräftigen Namen ist eine recht brachiale Parodie zum Thema Beziehungen im allgemeinen, besetzt mit einer Starpower, die selbst bei Multimillionen teuren Blockbustern seinesgleichen sucht. Das Prinzip dabei ist recht simpel. Man nehme die gängigen Parodien Marke American Pie oder Scary Movie und packe noch eine ordentliche Schippe Fäkalität drauf und gehe verbal das gesamte Kamasutra durch, bis selbst der Freundin auf dem Kinositz nebenan die Schamesröte ins Gesicht schießt.
Als Film an sich kann man die ganze Nummer auch kaum betrachten, sondern vielleicht eher als eine Art Sketch-Show. Man nimmt sich alle fünf Minuten eine neue Grundstellung und teilt dem Ganzen ein paar Stars ein, dazu kommt noch eine kleine Rahmenhandlung in der sich ein paar Computernerds gegenseitig Streiche spielen. Im Grunde bin ich ja der erste der meckert, wenn sich Komödien bewußt auf Platte Fäkal- und Sexwitzchen beschränken, aber hier funktionieren die meisten Kurzgeschichten sogar wirklich gut und wenn dann mal eine Schwächere Gagparade läuft ist es auch nicht tragisch, kurz auf Toilette und noch ein Bier geholt, dann ist diese auch schon schnell wieder vorbei.
Manche der Parodien sind aber wirklich herrlich überdreht. Meine Favoriten sind dabei gerade zu Beginn die Klöten am Kinn und am Ende das Basketballspiel zwischen Schwarzen und Weißen. Wer den Humor teilt darf sogar mal richtig lachen, was wohl auch die zahlreiche Prominenz so sah. Ich frage mich aber wie man beispielsweise Richard Gere gewinnen konnte, der in einem Sketch spielt, in dem ein MP3 Player mit Vagina und kompletter Damenplastik hergestellt wird (auch eine tolle Szene). Nie wird dabei irgendein Blatt vor dem Mund genommen und hier wird das auch nicht so platt präsentiert, wie in irgendwelchen billigen Erotikkomödien, wie sie ja seit American Pie wie Unkraut aus dem Boden wuchern. Falls dieses Projekt fortgesetzt wird, bin ich bei Movie 44 jedenfalls wieder dabei.
7/10

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