Die britischen Hammer-Films produzierten mit Christopher Lee und Peter Cushing viele Dracula-Filme. Als das Subgenre zu schwächeln begann,
versuchte Hammer-Films den Vampirmythos zu variieren: Dracula trat mal im
London der 1970er-Jahre oder in China auf. Auch in Circus der Vampire(1972) - diesmal ohne Graf Dracula - beweisen die Macher durchaus Kreativität.
Ein Zirkus besucht ein kleines Dorf. Unter den Artisten befinden sich Vampire, die den vor 15 Jahren vernichteten Graf Mitterhaus wiederbeleben wollen, um an den Kindern der Dorfbewohner, die den Grafen seinerzeit töteten, Rache zu nehmen. Der Film besticht neben seiner hammertypischen Gothicathmosphäre auch durch seine skurrilen Einlagen: So ist etwa bei den Aufführungen der Artisten ein Art Dschungeltanz zu sehen und auch sonst fallen die Vampire, die sich sogar in einen Puma verwandeln können, wegen ihrer Kleidung und ihrer Art, sich zu bewegen, aus dem Rahmen. Es scheint so, als hätten hippies die Kostüme ausgesucht. Und sogar das Kreuz wird variiert. Denn der Graf wird mit dem kreuzförmigen beschlag einer Armbrust in Schach gehalten, ehe er mit selbiger enthauptet wird. Das Hammer-rote Blut fließt erstaunlich reichhaltig und der Film gibt sich recht freizügig. Dennoch wirkt er an einigen Stellen (un)freiwillig komisch. So schockieren die Effekte trotz der 18er-Freigabe der FSK heute kaum noch.
Fazit: Circus der Vampire - für einige nur Schund und Abgesang der Hammer-Tradition - ist für mich eine willkommene Abwechslung im Oeuvre des britischen Studios und bis zum Schluss spannend, gepaart mit einer ordentlichen Portion Trash.
7/10