Meine Erwartung an "Circus der Vampire" war ziemlich hoch, nachdem ich an verschiedenen Stellen gehört hatte, daß der Film für seine Zeit ungewöhnlich hart und freizügig sei. Ich fand ihn aber in erster Linie ungewöhnlich albern. Das beginnt schon gleich beim Vampir, Graf Mitterhaus (das Ganze soll offensichtlich in Deutschland spielen). Mit seiner tuntigen Kostümierung und seinem mißlungenen Make-Up sieht Mitterhaus aus wie ein Schlagersänger aus der Frühzeit der ZDF-Hitparade. Da bleibt der Grusel irgendwie auf der Strecke. Um diesen Grafen entspinnt sich eine leider völlig abstruse Handlung, in der nur sehr wenig von dem, was geschieht, auf irgendeine Weise motiviert ist. Ich schenke mir jetzt mal eine Paraphrase. Die Hauptunstimmigkeit in dem Film ist auf jeden Fall, weshalb die Dorfbewohner dem Vampirzirkus so naiv auf den Leim gehen und die mit viel nervtötendem Klamauk auftretenden Artisten nicht einfach zur Hölle jagen - was nicht mal dann passiert, als es schon mehrere Todesopfer gegeben hat. Auch aus ästhetischen Gründen hätte man sich das gewünscht, da der ganze Zirkus ein visuelles Verbrechen gegen den guten Geschmack ist. Knallige Klamotten, schlechte Tricks, auch der obligatorische Zwerg mit Clownsgesicht darf nicht fehlen. Den fröhlichen Ruf "Ihr Leute gebt acht, der Zirkus der Nacht" (kommt im Film - ca. 300mal vor??) möchte man den lustigen Gesellen irgendwann wieder in den Hals zurückstopfen. Auch die andere Seite macht einen ziemlich seltsamen Eindruck: Der jugendliche Held und seine "Geliebte" wirken etwa 12-15 Jahre alt, und die Mutter, die von ihrer Tochter erfolgreich(!) darum gebeten wird, die Nacht mit einem schmuddeligen Hajopei vom Zirkus verbringen zu dürfen, verstehe ich auch irgendwie nicht ganz. Letztlich ist dieser Film voll von Seltsamkeiten, die man nur mit sehr viel gutem Willen als "surreal" (Begleitheft der Koch-Media-DVD) auffassen kann.
Kommen wir nun zum Entscheidenden: Blut. Har har. Erstmal: So sensationell ist das hier Gebotene im Rahmen der Zeit nicht unbedingt, z. B. "Hands of the Ripper"/"Hände voller Blut" von Peter Sasdy ist um einiges düsterer und härter. In "Circus der Vampire" gewinnt man einen recht zwiespältigen Eindruck. Manche blutigen Effekte wirken ganz gut, andere hingegen sind total daneben wie z. B. der Pantherüberfall (ein Panther aus Stoff wird mehrfach in die Kamera gehalten und das Bild wird entschärft, damit man's nicht merkt. Erinnert irgendwie an den Löwen aus Monty Python's "Scott of the Sahara"). Auch die Leichen, die nach dem Überfall gefunden werden, wirken völlig lächerlich. Hier überzeugt der Film ganz und gar nicht. Aber überzeugt er überhaupt irgendwo?
Letztendlich haben wir hier einen billigen, ein gewisses Maß an Blut und Nudität bietenden Film, der aber kaum Atmosphäre enthält und allenfalls durch seine Skurrilität ganz unterhaltsam wirkt. Positiv hervorzuheben ist die hohe Bildqualität der DVD von Koch Media.