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Italiens Regie-Ass Roberto Benigni schaffte im Jahre 1997 einen Film dem es gelang, eine unfassbar tragische Story mit feiner Komik zu versetzen und hat dadurch eine wunderbare Komödie geschaffen, die zu Herzen geht, "Das Leben ist schön". Doch er ist nicht der einzige Italiener der das kann. Luigi Comencini erschuf mit dem Film "Teuflisches Spiel" ein ähnliches Meisterwerk, welches aber leider kaum bekannt ist.

"Lo Scopone scientifico", so der Originaltitel, ist eine ganz wunderbare Mischung aus tieftraurigem Sozialsdrama und feiner Komik. Es geht um den armen Lumpensammler Peppino, der einmal im Jahr die Chance hat richtig reich zu werden, da ihm eine alte Dame Geldgewinne durch ein Kartenspiel anbietet. Eine wunderbare kleine Geschichte mit großartiger Wirkung auf den Zuschauer.

Dabei teilt sich der Film eigentlich fast in zwei Hälften. Im ersten Teil beleuchtet Comencini die schier erdrückende und tief bewegende Armut eines Armenviertel in Rom. Hauptfigur Peppino verkauft für gerade mal 1600 Lire (das ist umgerechnet nicht mal ein Euro!) bergeweise von gesammelten Sachen, um sich damit ein bisschen Geld zu verdienen. Er und seine Familie werden dem Zuschauer dabei genauso passend vorgestellt, wie all seine Freunde und natürlich, das krasse Gegenteil zu ihnen, die stinkreiche, Milliarden schwere, alte Lady, die vom Regisseur keinen Namen gekriegr hat.

In der zweiten Hälfte konzentriert sich der Streifen dann aber vor allem auf die Gier und dem Drang, nie genug haben zu können. Peppino gewinnt das erste Mal und wird sowohl von seiner Frau, als auch von seinen Freunden dazu ermutigt noch mehr Kohle aus der alten Lady raus zu holen. Die Tücken dieser Gier werden bis zum bitteren Ende durchleuchtet und an den Pranger gestellt. Die Gefahr ist groß und man sieht beim überraschenden Ende sogar, dass die Gier wirklich vor niemanden halt macht.

Dabei mischt Comencini, wie schon erwähnt, feine Komik in den ganzen Plot. Aus vollem Halse lachen kann man hier natürlich nicht, aber das ist auch in keinster Weise geplant. Es ist angedacht die tragische Geschichte dem Zuschauer durch die Komik zu erleichtern. Und das funktioniert einfach prächtig.

Dazu gibt es dann noch ein Schauspielensemble der absoluten Spitzenklasse. Bette Davis als stinkreiche, gutmütige(?) Dame ist dabei ebenso überzeugend wie Alberto Sordi als Peppino. Eine absolut großartige Auslese!

Fazit: Eigentlich tieftrauriger, aber trotzdem herrlich amüsanter Film, über das Leben im Armenviertel und einer großen Chance diesem zu entfliehen. Eine kleine, aber feine Geschichte, großartige Darsteller und wohl dosierte Komik, lassen einen erkennen, wie schön das Leben, trotz aller Härte, doch sein kann und wie man (fast) alles davon zerstören kann, wenn man nicht genug haben kann.

Ein wirklich wunderbarer (kleiner) Film!

Wertung: 9/10

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