Review

Steve Martin spielt einen Wetterfrosch, der schließlich seinen Job beim Fernsehen verliert, da seine Vorhersagen nicht die Besten waren und dann betrügt ihn auch noch seine Freundin mit seinem Agenten. Schnell hat er eine neue Beziehung mit einer wesentlich jüngeren Frau, gespielt von Sarah Jessica Parker, bevor er sich schließlich in eine Britin, gespielt von Victoria Tennant, verliebt.

Gerde heute, wenn die Komödien immer dreckiger und fäkalhaltiger werden und sich Liebesfilme gegenseitig in ihrer Kitschigkeit überbieten, weiß man zu schätzen, was man an dem stilvollen Feel-Good-Movie "L.A. Story" hat, das zu keinem Zeitpunkt über die Stränge schlägt und wirklich schön anzusehen ist.

Der Humor ist abwechslungsreich. Einerseits gibt es zwischenzeitlich auch Klamauk, der aber ohne Fäkalhumor und ohne übertrieben zu wirken herzhaft und liebenswert serviert wird und vor allem durch den hervorragenden Steve Martin perfekt funktioniert, andererseits gibt es aber auch hintergründigen Wortwitz und zwischenzeitlich ein paar sarkastische Blicke auf die Stadt L.A. und ihre Bewohner, die über weite Strecken an den Meister des Genres Woody Allen erinnern. Dabei entpuppen sich Einfälle, wie z.B. die elektronische Verkehrsanzeige, die mit Martin kommuniziert, als überaus gelungen und geben dem Film etwas Einzigartiges, Innovatives.

Von Anfang an kreiert Regisseur Mick Jackson, der später unter anderem mit "Bodyguard" und "Volcano" in Erscheinung treten sollte dabei eine behagliche Atmosphäre, von der der Film über weite Strecken lebt. Den schmalen Grat zum Kitsch meistert er dabei alles in allem ganz gut, verfällt aber zwischenzeitlich immer mal wieder in überproportioniertes Gefühlskino, wobei er den Kitsch dann schnell mit ein paar amüsanten Gags wieder verrührt. Der Film ist dabei gekonnt bebildert und allein optisch mit ein paar Sonnenuntergängen und einigen Bildern der schönen Seiten von L.A, schon sehr romantisch und hinzu kommt noch der einfühlsame, getragene Score, der die Atmosphäre weiter untermauert. Rundum unterhaltsam ist "L.A. Story" damit auf jeden Fall und arbeitet von Anfang an hervorragend auf sein Happy End zu.

Steve Martin, der höchstpersönlich das Drehbuch verfasste, präsentiert sich dabei als sympathischer, liebenswerter Verlierer und geht in dieser Rolle einmal mehr voll und ganz auf. Ohne übertriebene Grimassen zu schneiden serviert er seine Gags gewohnt charmant. Victoria Tennant, die neben dem unglaublich charismatischen Martin teilweise untergeht, ist ebenfalls sehr sympathisch und bringt eine rundum solide Leistung. Sarah Jessica Parker spielt ihre überaus muntere, euphorische, fast schon nervige Rolle ebenfalls rundum überzeugend und liebenswürdig und auch der restliche Cast, in dem mit Kevin Pollak, Patrick Stewart, Chevy Chase und Woody Harrelson einige bekannte Hollywoodstars auftauchen, ist rundum gut besetzt.

Trotz der vielen positiven Aspekte, die der Film zweifelsohne hat, krankt er doch an seiner Klischeehaftigkeit und seiner daraus resultierenden Vorhersehbarkeit. Einige Grundideen mögen ganz gut gelungen sein, aber zu früh wird klar, wie der Film ausgeht und das trübt das Vergnügen dann doch ein wenig und so bleibt "L.A. Story" im Endeffekt ein rundum gelungenes Feel-Good-Movie, schafft den Sprung zum Meisterwerk jedoch nicht, zumal die Story trotz ihres ironischen Blicks auf L.A. kaum Tiefe hat.

Fazit:
Mit seinem stilvollen, sympathischen Humor, seinem enorm liebenswerten Cast, in dem vor allem Steve Martin brilliert, und seiner romantischen, sowie behaglichen Atmosphäre ist "L.A. Story" ein gelungenes Feel-Good-Movie, das lediglich durch seine vorhersehbare, klischeehafte und teils kitschige Handlung ausgebremst wird.

74%

Details
Ähnliche Filme