Die Fortsetzung von Ted Nicolaous Vampirreihe fängt eigentlich dort an, wo "Subspecies" aufhörte, doch mit kleinen inhaltlichen Änderungen. Anders Hove ist als Darsteller von Radu geblieben, während die Rolle von Michelle nun mit Denice Duff neu besetzt worden ist. Ihre Ausgangssituation ist plötzlich etwas anders, denn ihr Vampirgatte Stefan wird zunächst auch von Radu gemeuchelt und die Novizin wider Willen flüchtet nach Bukarest, den Blutstein im Gepäck. Verwirrt von ihrem neuen Leben als Vampirin ruft sie ihre Schwester Rebecca zu Hilfe, doch auch Radu ist ihr auf den Fersen, nicht nur wegen des heiligen, blutspendenden Steines... Fast immer trifft die Vermutung zu, ein Sequel sei schwächer als das Original, in diesem Fall ist das mitnichten so. Das rumänisch-amerikanische Team um Ted Nicolaou scheint erst richtig Blut geleckt zu haben, denn hier ist das ganze Filmchen, bei allen trashigen Anleihen, stimmiger im Zusammenspiel von klassischen Gothicversatzstücken und modernen Vampirelementen. Konzentriert auf die gelungene Atmosphäre in einem prunkvollen, historischen Bukarest versteht es Nicolaou, seine Sets kunstvoll in Szene zu setzen, was zusammen mit den Figuren wie den Vampir Radu mit seiner Blackmetalbemalung oder dessen Mutter, einer verwesenden Hexe mit Latexmaske, den Anschein von Trash de Luxe abgibt. Auch die Schattenspiele, die im ersten Teil noch seltener zu sehen waren, gibt es zuhauf, auffällig ist die durchgehender stimmige Ausleuchtung, bevorzugt klassisch in nebeligem Blau. Freunde von actionreichen oder insbesondere fantasylastigen Blutsaugerfilmen werden dagegen das ein oder andere vermissen, die kleinen Blutteufel z.B. tauchen zum Glück nur kurz am Anfang auf. In Sachen Gore hingegen legt man noch ein kleines bißchen drauf, was für eine Freigabe ab 16 Jahren schon recht deutlich ausfällt, leider ist mal wieder die beste Szene am Anfang zu bewundern. Der Plot ist schlicht und schnörkellos, schließlich geht es bloß um jenes Relikt, das einst dem Papst geklaut wurde, auf einer anderen Ebene geht es auch um Michelle, die nun zwischen zwei unvereinbaren Welten schwebt, getrieben vom Blutdurst und auch wieder ganz menschlich. Ohne viel Tiefgang aber mit Spaß am Genre fabriziert "Subspecies 2" das Kunststück, einen technisch ausgereifteren, besseren Film abzugeben, der mit den bekannten Zutaten wie märchenhafter Gothicatmosphäre und haufenweise Effekte plus immer wieder überraschenden Ideen aufwartet, kleine Gags am Rande runden dieses unterhaltsame B-Movie ab.
Fazit: Die "Subspecies"-Reihe macht einen gelungenen Ausflug nach Bukarest. Die beste Fortsetzung der Reihe. 6/10 Punkten