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Kurz, bevor der gerade ins untote Dasein zurückgekehrte Vampirfürst Radu Vladislas die von ihm gebissene Amerikanerin Michelle pfählen kann, flieht diese aus seinem Schloss. Dabei entwendet sie den wertvollen Blutstein. Diese Reliquie ist gefüllt mit Heiligenblut und verheißt unendliche Macht, weshalb der Vampir und seine dämonische Mutter, die böse Hexe Circe, seiner wieder habhaft werden wollen. Während Michelle im Hotel Bukarest absteigt und ihre Schwester Rebecca zu Hilfe holt, huscht Radu als Schatten hinter ihr her. Als Rebecca vor Ort eintrifft, ist Michelle zu ihrem Erstaunen und dem der etwas inkompetenten lokalen Ordnungshüter verschwunden. Sie ist zu einem Vampir mutiert und muss fortan tagsüber in einem Sarg schlafen. Meister Radu fällt es damit leichter, seinen Einfluss auf die geflüchtete Michelle auszuüben, doch hat er nicht mit Professor Popescu, dem jungen US-Botschafter und der tatkräftigen Rebecca gerechnet.

Die Konstellation Fullmoon Pictures, Charles Band und Ted Nicolau hat man ja bereits häufiger gesehen, allerdings ging die Subspecies Reihe bisher vollkommen an mir vorbei. Da ist es denkbar ungeeignet mit Teil zwei einzusteigen, denn offensichtlich schließt dieser unmittelbar an den Vorgänger an. Nach dem netten Kopf-Wiederanwachs Effekt zu Beginn hat so keine Chance warum anfangs Vampir A seinen Sargnachbar B recht uncharmant aus seinem Untotendasein pfählt, gierig auf das bunte Steinchen in dessen schnell skelettierten Griffeln starrt und warum sich ein Mädel diesen schnappt und hastig aus dem Schloß das Weite sucht.
Gut der bunte Kiesel entpuppt sich als alte Reliquie, die der Sohn eines alten Vampirlords zusammen mit seiner verschrumpelten Mutter jagt und das Mädel ist eine frisch gebissene Azubi-Vampirin, die fortan zwischen Blutdurst und erhaltener Menschlichkeit pendelt. Gut fand ich einerseits das Anders Hove einen wirklich recht bedrohlichen Blutsauger gibt, dem man auch wirklich nachts nicht begegnen möchte, aber noch viel mehr das hier die Vampire keine romantisch verklärten Emos auf Pubertätsbalz sind (trotz des Twilight Untertitels), sondern dreckige Kreaturen, die radikal mit allen Mitteln ihre Ziele verfolgen.
Für FSK 16 Verhältnisse fällt die muntere Hatz durch Bukarests Hinterhöfe recht blutig aus, auch wenn man stets das überschaubare Budget spürt. Zumindest müht man sich um unheimliche Atmosphäre, arbeitet mit Schattenspielen und hat eben auch einen Radu, dem das Charisma aus seinen überlangen Fingern tropft. Die Reihe scheint es jedenfalls wert weiter beobachtet zu werden.
6/10

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