Auch ein Oscarpreisträger wie Forest Whitaker kann einem mittelmäßigem Drehbuch nur bedingt entgegenwirken. Ohne ihn und dem Rest der durchweg stark performenden Riege würden die eklatanten Mängel der Geschichte jedoch wesentlich deutlicher zum Vorschein kommen.
Tommy (Anthony Mackie) ist Lebensberater und Therapeut und soll Angel (Forest Whitaker) dabei helfen, sein Leben nach dem Tod seiner Mutter wieder in den Griff zu bekommen.
Als Tommy einmal die Hilfe aus terminlichen Gründen ablehnen will, wird er von Angel überwältigt und in dessen Keller gesperrt. Noch ahnt Tommy nicht, was Angel wirklich plagt...
Leider gibt sich der Stoff überaus offensichtlich, denn die Einstiegssequenz verrät bereits etwas über die spätere Motivation Angels. Zehn Minuten später muss man nur eins und eins zusammenzählen und schon wird erahnbar, was ab dem Mittelteil dominieren dürfte.
Obgleich es eine Handvoll handgemachter Gewalteinlagen gibt, so ist der Stoff nicht als Folterfilm ausgelegt, sondern vielmehr auf die titelgebende Reue gemünzt. Angel konfrontiert Tommy mit seinen eigenen Thesen, welche teilweise dem Buddhismus entliehen sind, lenkt damit jedoch zunächst von seinen eigentlichen Gründen ab.
Im Verlauf kommt es zusehends zu einigen Unwahrscheinlichkeiten, denn auch wenn es ein paar Spannungsmomente einbringt, so würde ein geschiedener Ehemann während einer Entführungsaktion wohl kaum seine kleine Tochter im Haus haben und auch nicht so leicht an spezielle Medikamente herankommen. Was zudem überhaupt nicht ins Bild passt, sind einige übersinnliche Elemente wie kurze Geistererscheinungen, da früh klar wird, wie Angel tickt und im Grunde keine Visualisierungen zusätzlich benötigt würden.
Darstellerisch kann Whitaker indes voll punkten, da ihm die ambivalente Figur des liebenden Familienvaters und launischen Psychopathen einiges abverlangt, wobei er besonders in den ruhigen Momenten seine Stärken offenbart. Anthony Mackie überzeugt ebenfalls, jedoch performt er als lockerer Coach und Lebenshelfer besser als in der Opferrolle.
Auch der Rest der Riege schauspielert solide, was den Gesamteindruck des Streifens deutlich aufwertet.
Denn dieser wird durch den offensichtlichen Twist merklich getrübt, einige Logiklücken und unbeantwortete Fragen gesellen sich ebenfalls hinzu. Ein paar spannende Momente sind zwar auszumachen, doch ohne die unvorteilhafte Eingangssequenz hätte das Miträtseln um das Motiv der Entführung weitaus mehr Laune bereitet.
Da die Mimen ihren Figuren recht viel Leben einhauchen, bleibt es bis zum Schluss einigermaßen unterhaltsam, mit einem klügeren Drehbuch wäre natürlich weitaus mehr drin gewesen.
5 von 10