... diesen Film anschauen! Diplom-Ingenieur Dethlev Cordts, als freier Autor seit vielen Jahren bekannt für seine investigativen journalistischen Recherchen, fasst in der vorliegenden Dokumentation ein besonders heißes Eisen an. Unser Leitungswasser, so versichert man uns bei jeder sich bietenden Gelegenheit, könne man bedenkenlos trinken. Ständige Kontrollen, so erzählt man der Bevölkerung, sicherten eine gleichbleibend hohe Qualität. Dass man den Boden in großen Teilen Deutschlands seit Jahrzehnten systematisch mit hochtoxischem Uran verseucht, erzählt man uns dagegen nicht. Niemand, schon gar nicht das zuständige Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz von CSU-Ministerin Ilse Aigner, hat uns bisher darüber aufgeklärt, dass in den vergangenen 60 Jahren mit Wissen und Billigung der zuständigen Behörden tonnenweise radioaktives Uran auf deutschen Äckern verteilt wurde. Jedes Jahr kommen 160.000 Kilogramm hinzu. Und das, obwohl der Zusammenhang zwischen Phosphat-Düngung und Uranverseuchung spätestens seit 1984 bekannt ist.
Davon hören Sie zum ersten Mal in Ihrem Leben? Kein Wunder, gibt man sich seitens der Behörden doch alle Mühe, entsprechende Informationen nicht an die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Als Prof. Dr. Ewald Schnug vom Julius-Kühn-Institut in Braunschweig davor warnte, dass die toxische Substanz bereits bis in das Grundwasser vorgedrungen sei und Brunnen belaste, und in diesem Zusammenhang die verharmlosende Haltung des Bundesministeriums für Landwirtschaft kritisierte, erteilte ihm dieses als oberster Dienstherr kurzerhand ein Redeverbot. Auf entsprechende Nachfragen, etwa im Rahmen dieser Dokumentation, wird beharrlich geschwiegen: "Kein Kommentar", so heisst es. Wie sollte man auch kommentieren, dass in der deutschen Düngemittelverordnung bis zum heutigen Tage weder eine Deklarationspflicht noch ein Grenzwert für Uran festgelegt wurde. Angesichts der Tatsache, dass auf deutschen Äckern Jahr für Jahr enorme Mengen Phosphatdünger ausgebracht werden, ein Umstand mit katastrophalen Folgen.
Mineralische Phosphatdünger sind die mit Abstand am häufigsten eingesetzten Dünger in der Landwirtschaft. Dummerweise enthält das verwendete Rohgestein neben weiteren gefährlichen Schwermetallen (wie z.B. Cadmium und Fluor) auch Uran - jede Tonne Phosphatdünger ist mit einem halben Pfund Uran verseucht. Was nicht weiter tragisch wäre, wenn es sich dabei um in kristallines Gestein eingebundenes Uran handeln würde. Doch genau da liegt das Problem. Im Gegensatz zum natürlich vorkommenden Gestein, ist das im Phosphatdünger enthaltene Uran wasserlöslich. Der Regen spült es nach und nach in das Grundwasser, sowie in Seen und Flüsse. Die eigentliche Ungeheuerlichkeit besteht darin, dass man das Uran - wie jedes andere Schwermetall auch - relativ einfach aus den Düngemitteln entfernen könnte. Die technischen Möglichkeiten sind längst vorhanden, werden aber nicht eingesetzt! Und so kontaminieren die Bauern, die in der großen Mehrzahl keine Ahnung von der Gefährlichkeit ihres Tuns haben, Jahr für Jahr den bundesdeutschen Boden. Ebenso wie abertausende Kleingärtner, die nichts davon wissen, dass ihr im Baumarkt gekaufter Dünger eine Zeitbombe enthält, die über ihre Radioaktivität hinaus eine hochtoxische Wirkung auf die Nieren hat und mit hoher Wahrscheinlichkeit krebsauslösend wirkt.