Es ist ja längst kein Geheimnis mehr, dass sich das Sports-Entertainment WWE (früher WWF) mit dem Wrestling eine goldene Nase verdient. 2012 brachte man es auf über 600 Mio. Dollar Umsatz. Seit 2002 dreht man unter dem Namen "WWE Studios" auch echte Spielfilme ab, die gar nicht mal so schlecht waren. Ich erinnere mal an die Knaller "See no Evil" oder "Faster" - und den einigermaßen unterhaltenden "The Marine", der mit John Cena (der heute noch das Babyface der WWE ist) abgedreht wurde. Okay, warum gerade dieser No-Brainer zwei Fortsetzungen spendiert bekommen hat, ist mir ein Rätsel. Denn seien wir mal ehrlich: Der erste Teil war lediglich ein guter B-Actionmovie. Teil Zwei mit Ted DiBiasi Jr. (letztens noch live in Manheim gesehen) hab ich übersprungen, um nun im dritten Teil The Miz bewundern zu dürfen, was er denn so abliefert. Nun, Miz, der im bürgerlichen Leben auf den Namen Mike Mizanin hört, schlägt sich in seiner Rolle gar nicht mal so schlecht. Das hätte ich so nicht erwartet. Allerdings muss ich auch ganz klar sagen, dass seine Rolle äußerst schlecht kreiert wurde - so, wie der Rest vom Drehbuch.
Nach einem fünfminuten langen Einspieler, der feinste Propaganda für das amerikanische Militär abliefert, fängt der Film endlich an. Ich gebe zu, ich störe mich daran nicht, sollen sie die Flaggen hissen und noch so das Militär bejubeln. Amerikanische Bürger dürften wohl wissen, auf was für eine Gefahr sie sich einlassen, Soldat zu werden. Und auch im internationalen Ausland werden gerade die kriegerischen Amtshandlungen der Republikaner gehasst, die die Demokraten wieder ausbügeln dürfen.
Sergeant Jake Carter (The Miz) darf sich nach einem langen Auslandseinsatz mal wieder zwei Wochen Heimaturlaub gönnen, den er mit seinen beiden Schwestern Lilly (Ashley Bell), Amanda (Camille Sullivan) und seinem besten Freund Harkin (Jared Keeso), der mittlerweile Chief-Officer seiner Stadt Bridgston ist, verbringt. Doch anstatt Entspannung ist Spannung angesagt. Der Marine kommt bei Jack immer wieder durch, kritisiert Amandas Lebenstil und kommt nicht damit klar, dass Lilly durch eine verbale Attacke gegenüber ihren Chef gefeuert wurde. Zudem hat sie noch eine Beziehung mit Darren (Jeffrey Ballard) - in Jakes Augen ein unsympathischer Loser, weil er früher mal Gras vertickt hat.
Doch für das Meckern hat Jake nur kurz Zeit. Lilly und ihr Freund Darren werden Zeugen eines Mordes, die kurzerhand daraufhin gekidnappt werden. Wie sich herausstellt, sind die Kidnapper eine Gruppe von Fanatikern, die auf einem altem Schiff eine Bombe basteln und in zwei Tagen diese in einem Gebäude hochgehen lassen wollen. Jetzt ist Jake als Marine und nicht mehr als Urlauber gefragt. Doch bevor er eingreifen kann, muss er sich mit dem FBI rumschlagen, die auch diese Gruppe schon längere Zeit observiert...
Mein Gott, gegen die fünf Minuten Gülle am Anfang sag ich ja nix, auch war mir bewusst, dass hier nur schlechte bis maximal durchschnittliche Bewertungen vorhanden sind. Also wurden die persönlichen Erwartungen heruntergeschraubt und dennoch wurde ich enttäuscht. Egal wie man es dreht und wendet, in welchem Zustand man sich befindet (nüchtern oder sonstwas), der Film ist einfach nur Hochglanzkuhdung, der sich aus einer grottenschlechten Storyline und unglaublich großen Logiklöchern paart. Ja, richtig gelesen. Gerade bei Actionfilmen mache ich mal gerne eine Ausnahme in Sachen Story und auch in Sachen Logik - wenn das Produkt einigermaßen unterhaltend ausgefallen ist - aber was hier abgeht, ja da rollen sich mir meine Fußnägel auf.
Jake und seine Familie samt Buddy werden vorgestellt, während in nicht allzuweit entfernter Gegend ein Bankraub der bösen Truppe stattfindet. Zwar tendiert der Actionanteil in den ersten dreißig Minuten zum Gefrierpunkt, dennoch punktet der Film einigermaßen mit seinem Bankraub (auch wenn dieser eigentlich sau blöd vollzogen wird, wenn wir mal realistisch bleiben) und dem Aufeinandertreffen von verschiedenen Charakteren. Als Bad Guy hat man sich für Neal McDonough entschieden, der seit "Ravenous - Friss oder Stirb" mein persönlicher "Engel mit den Eisaugen" ist. Keine schlecht Wahl. Doch genau wie Miz hat McDonough mit seinem Charakter zu kämpfen. Auf der einen Seite stellt er die sozialkritische Mutter Theresa dar (auch wenn das mit dem Holzhammer auf den Zuschauer eingeprügelt wird), auf der anderen Seite ist er einfach nur eine Pfeife und nicht realy böse genug, um im Film zu glänzen.
Doch gerade wenn "The Marine Homefront" mit dem Actionanteil beginnt, entpuppen sich wahrlich große Schwächen. Mal abgesehen davon, dass selbst für einen B-Film die Kämpfe und Shootouts relativ austauschbar vonstatten gehen, schreit man nach der Logik. Um mal ein krasses Beispiel zu nennen: Obwohl das FBI die Strolche schon gefühlte Jahre beobachtet, rennt der erste Trupp wie Lemminge in das Mündungsfeuer der Terroristen. Überlebende: Null. Getötete Terroristen: Null. Soll ich mir jetzt ein Sixpack auf Ex reinkippen, damit es schöner wird?
Nein, ich will das nüchtern "genießen" und die ganze Chose wird noch schlimmer. Trotz der vorhandenen Action will einfach keine Stimmung oder Spannung aufkommen, da die Story einfach nur dilettantisch wirkt.
Auf dem Deck des stillgelegten Schiffes läuft scheinbar jeder so rum, wie er gerade Bock hat - egal ob Geisel, Miz, oder Bösewicht. Zudem ist der One-Man-Show-Bock zu offentsichtlich geraten: The Miz müsste ca. 10 mal in dem Film sterben. Den Spagat zwischen No Brainer-Action und No-Brainer-Action hat man nicht geschafft. Dann doch lieber ein Bruce Willis, der sich in "Stirb Langsam" mit 350 Tonnen NewtonMeter (oder was auch immer) am Fahrstuhlschacht festhält. In guten Filmen verzeihen wir solche Fehler oder denken erst gar nicht drüber nach.
Auch wenn ich es von der anderen Seite betrachten würde: Ich komme gerade aus der Kneipe, zehn Bier und zehn Schnaps intus und würde "Marine 3" schauen, würde keine Stimmung aufkommen. Es ist einfach ein langweiliger, komplett austauschbarer Actioner geworden, der mit Logik, Story und auch der Action geizt. Dennoch, auf dem Markt tummeln sich noch blödere Sachen rum. Man kann "The Marine 3: Homefront" ohne Schmerzmittel konsumieren.
4/10