Im Jahre 2061 dürfte der Komet Halley wieder sichtbar werden, ein Phänomen, welches Menschen allenfalls einmal im Leben beobachten können, da er im Schnitt alle 76 Jahre in Erdnähe gerät. Obgleich der Titelgebende in einer Szene erwähnt wird, hat er ansonsten herzlich wenig mit dem Zombiedrama von Regiedebütant Sebastian Hofmann zu tun.
Beto arbeitet als Nachtwächter in einem Fitnessstudio und deutet seiner Arbeitgeberin Silvia gegenüber eine schwere Krankheit an. Beto ist bereits tot und verwest zusehends, den körperlichen Verfall versucht er mit Make-up und Parfüm zu kaschieren. Als er eines Tages in der U-Bahn-Station zusammenbricht, landet er im Leichenschauhaus…
Spätestens nach 15 Minuten stellt sich die Frage, ob außer etwas Body-Horror und sich wiederholenden Vorgängen so etwas wie eine Story ins Spiel kommt und diese Frage kann eindeutig mit Nein beantwortet werden. Beto schleppt sich zur Arbeit, Beto sitzt in der Bahn, Beto poliert Porzellan. Gesprochen wird nur sehr wenig, manche Einstellungen dauern beinahe eine Minute und aufgrund ausbleibender Informationen, warum der Außenseiter denn bereits verbleichen ist und dennoch existiert, wird erst gar keine Nähe zur Hauptfigur aufgebaut.
Die Mischung aus Distanz, Lethargie und Depression ist perfekt, um einem nicht wirklich tollen Tag den Gnadenstoß zu versetzen. Obgleich Beto in seiner Wohnung von Fliegen umgeben ist, sich regelmäßig Maden aus der Haut zieht und einzelne Hautpartien zu flicken versucht, kommt kein Mitleid auf, es entsteht nur Leere. Zumal nicht einmal Anzeichen von Blutdurst oder Fleischeslust im Raum stehen, - der Typ vegetiert einfach nur so vor sich hin, wobei das halbwegs gelungene Make-up als einer der wenigen Aspekte noch auf der Habenseite zu verbuchen ist.
Selbst das Date mit Silvia, in deren Wohnung irgendwann der Strom ausfällt, sprüht nur so voll Inhaltslosigkeit und Unterkühlung. Teilnahmslos vergehen die Minuten, bis es schließlich zu einem Break kommt, der ohne jegliche Motivation vonstatten geht und die letzten Minuten mit ansehnlichen Aufnahmen eiskalter Landschaften füllt. Der Streifen ist nach 84 Minuten zu Ende und hinterlässt weder Sinn noch eine Pointe.
Die Performances der wenigen Mimen sind bei alledem nicht schlecht, die Sounduntermalung in Form einiger Soundkollagen und experimenteller Teppiche geht in Ordnung, Kamera, Schnitt und Effekte sind passabel, doch der eigentliche Verlauf, der kaum einen roten Faden erkennen lässt, ist eine komplette Nullnummer. Denn wenn weder Informationen, Emotionen oder ansehnliche Bildkompositionen vorzufinden sind, kann man getrost die Finger davon lassen, denn nie war die Existenz eines Zombies langweiliger.
2 von 10