Nach seiner Krönung beschließt der junge König Ludwig (Sabin Tambrea), Bayern in ein friedvolles Reich der Musik, der Oper und der Künste umzugestalten. Damit brüskiert er nicht nur seine Minister, sondern macht sich auch gegen die kriegerischen Preußen angreifbar. Als der Druck wächst, den Kriegsbeitritt zu bewilligen, zieht Ludwig sich in seine Traumwelt zurück…
Sensationell missglückter Edelschund, der an die Strahlkraft einer mythenumrankten historischen Figur anzuknüpfen versucht, sich aber nur in oberflächlicher Verklärung ergeht, die sich durch biedere Homoerotik einen mutigen Anstrich zu geben versucht. Auch Richard Wagners Musik wird nur bemüht, um den Film mit einer Erhabenheit zu schmücken, die er aus eigener Kraft nie ausstrahlen könnte. Die größte Schwäche allerdings bleibt, dass der Film zu den Begabungen, die seiner Hauptfigur so sehr am Herzen liegen, selbst nicht fähig ist: Fantasie und Kunstbegeisterung. Statt das Publikum mit dem Zauber der Musik anzustecken, präsentiert der Film nur hingerissene Visagen, in denen die Kinogänger nach dem Sinn der Kunst suchen dürfen. Auch Ludwigs Rückzug ins Reich der Fantasie kommt entweder nicht vor oder wird so schmerzhaft banal bebildert, dass man sich rasch in die Faktenreiterei zurückwünscht, mit der die Autoren ihre Recherchearbeit herauszukehren bemüht sind. Dass Majestät ein ewig’ Rätsel bleiben möge, muss angesichts der flachen Regie, die vor jeder Mehrdeutigkeit kapituliert, ein unerfüllter Wunsch bleiben.