Schon nach Sekunden erleben wir klassisch-langsame Zombies auf ihrem fleischgeilen Beutezug und wie sie im Blutwahn ihre Opfer auf gröbste Weise in Stücke reissen. Im Gegenzug werden sie von den tapferen Menschen gezielt mit der bewährten Hirnzertrümmerungsmethode oder gleich mit schweren Autos am Stück umgefahren. Bei der Flucht unserer Helden durch die bekannte Lombard Street in San Francisco gibt es einen Unfall und das Unglück nimmt seinen Lauf. Sofort wird klar, dass es hier keine Gefangenen gibt, die handgemachten Effekte sind sehr gut und heftig und der CGI Einsatz unter Trash-Movie Gesichtspunkten gerade noch sehbar.
Also ein ganz normaler Beitrag aus dem Hause ASYLUM. RISE OF THE ZOMBIES ist überraschenderweise alles andere als langweilig. Für den Gorehound ist reichlich und in guter handwerklicher Qualität für die Schlachtplatte gesorgt: es gibt grobe headshots aller Art, alle Körperteile befinden sich an ungewohnten Stellen, offen liegende Knochen, Eigen- und Fremdamputationen, grässlich verrenkte Glieder gibt es zuhauf und auch zertrümmerte Torsos suchen sich kriechend ihren Weg durch das Geschehen. „Höhepunkt“ ist die Befreiung eines Babies aus dem Bauch einer frisch Infizierten. Somit kann RISE OF THE ZOMBIES nicht für schwache Gemüter und Anfänger empfohlen werden.
Es sei noch mal positiv bemerkt, dass der Film keine Sekunde langweilig ist, da der Actionanteil extrem hoch ist. Praktisch ist, dass die Infizierten bzw. Zombies gute Schwimmer sind und somit die Insel Alcatraz als Fluchtort unserer kämpfenden Menschen auch schwimmend erreichen können, auch wenn sie dort auch mal zur Abwechslung mit Handgranaten empfangen werden. Somit kann auch keine Langeweile in dem B-Film genretypischen, sehr flachen und klischee-triefenden Dialogen und Charakteren aufkommen. Aber was sollte man entsprechend informiert anderes erwarten? Es handelt sich deutlich um einen der besseren ASYLUM Filmbeiträge.
Für die Erklärung woher die blutgeilen Freunde kommen wird sich richtiggehend Mühe gemacht, auch mehr als in manchem Zombie-Blockbuster. Endzeit-Atmosphäre ist zuhauf in den hochwertigen Bildern rund um San Francisco vorhanden und es handelt sich primär um einen ernsten Beitrag, keinen Fun-Splatter. Auch das Ende ist absolut genretypisch. Ich bin mit Null Erwartungen an den Streifen rangegangen, aber man muss gar nicht ein sooo großer Trash-Purist sein um RISE OF THE ZOMBIES als unterhaltsam einzustufen.
Für Hardcore Zombie Fans und –Komplettisten kann ich sogar eine Empfehlung aussprechen. Bitte keine Romero Filme, 28 DAYS LATER Stimmung, großartige Darsteller, Tiefgang oder sonstigen Klassikeraspekte erwarten, dann passt es. Auch unser geliebter B-Film-Hero Danny Treijo ist mit von der Partie (durfte mal auf einem Festival mit ihm Smalltalk halten) und ich darf mal verraten (Minispoiler), dass auch er zum Zombie wird.
Ein Wort des Bedauerns sein ausgesprochen, weil ich dachte, dass er sich mit diversen Rollen wie MACHETE etwas aus dem B-Movie-Sumpf befreien würde. Aber die diversen letzten Streifen und der jetzige Auftritt sprechen leider nicht dafür. Dennoch passt er in RISE OF THE ZOMBIES wie die Faust auf Zombieauge und somit soll er hiermit Zombiefreunden noch mal ans Herz gelegt werden. Gegebenenfalls als Auftakt eines bewusst trashigen Abends unter blutlüsternen Zombie-Fans.
5/10 Punkten in einer Gesamtwertung
8/10 Punkten unter reinen Zombie-Trashfilmaspekten