Review

Das Murmeltier der Zombies scheint mittlerweile wöchentlich zu grüßen, denn immer häufiger trifft man auf Streifen, in denen es um die letzten Überlebenden innerhalb einer Epidemie geht. Problem ist: Je mehr dieser Art wie Pilze aus den Boden schießen, umso schwieriger wird es, die Handlung so markant zu gestalten, dass sich die Geschichte von der breiten Masse abhebt.

In San Francisco ist der Wahnsinn in Form von Zombies ausgebrochen, in dem eine Handvoll Individuen um Dr. Lynn Snyder (Mariel Hemingway) und Caspian (Danny Trejo) ums Überleben kämpft. Zunächst wähnen sie sich in den verlassenen Mauern von Alcatraz sicher, doch dann folgen sie den Ruf eines Mediziners, der anscheinend einen Impfstoff gefunden hat…

„The Asylum“ sind nicht gerade für eine umfangreiche Ausstattung bekannt, doch im vorliegenden Fall kann sich die Aufmachung durchaus sehen lassen: Die Sets sehen zwar nicht apokalyptisch zerstört, jedoch immerhin menschenleer aus, die Zombies, welche nicht lange auf sich warten lassen, kommen mit einigen Gänsehautexemplaren daher, das Make-up stimmt, der Score treibt gut voran und die grundlegenden Voraussetzungen für einen actionreichen Zombiestreifen sind erfüllt.

Jedoch auch nur diese. Denn an tief greifenden Figurenzeichnungen mangelt es komplett, da die meisten eh als namenloses Futter dienen, während die Hauptfiguren zwar für sich stehend halbwegs sympathisch rüberkommen, im Zusammenspiel jedoch kaum die notwendige Chemie entwickeln. Ein ausgesprochener Held ist zumindest nicht auszumachen und so hält sich das allgemeine Mitfiebern in Grenzen, obgleich es zu zahlreichen Aufeinandertreffen zwischen den Überlebenden und den bissigen Infizierten kommt.

Gorefreunde erhalten zumindest solide Kost in Form einiger Kopfschüsse, einem fiesen Armbruch, diverser angedeuteter Fressszenen, einer Axt im Schädel, überfahrener Körper und eines abgetrennten Armes. Die Effekte sehen überwiegend ordentlich aus, nur selten schimmern CGI als solche durch.
Die Action hält sich anderweitig jedoch mit Schauwerten zurück, denn da gibt es allenfalls eine Explosion aus weiter Ferne und ein sich überschlagendes Fahrzeug zu bewundern, was beides nicht sonderlich überzeugend in Szene gesetzt ist.

Storytechnisch bildet das größte Manko die austauschbaren Abläufe und die mangelnden Wendungen. Hinzu gesellen sich unzählige irrationale Verhaltensweisen der eigentlich erprobten Kämpfer, welche selbst gegen Ende oftmals merkwürdige Prioritäten setzen, anstatt sich aufs pure Überleben zu konzentrieren.
Denn wer einen Zombie studieren will, sollte sich dessen Gefängnis nicht zu sehr nähern, ein Kaiserschnitt sollte vielleicht nicht unbedingt mit einem Kampfmesser erfolgen und wenn man schon der eigenen Existenz überdrüssig ist, muss es ja nicht gleich der Crash mit einem Bus sein.

So pendelt sich der Unterhaltungswert im Mittelmaß ein, ab und an kommt es zu spannenden Auseinandersetzungen, zuweilen punktet die Atmosphäre der Einsamkeit und auch einige Infizierte sehen überzeugend creepy aus. Das alles reicht im Gesamtpaket jedoch nicht aus, um aus der Breiten Masse hervorzustechen, da dem Ganzen das Markante fehlt, die eigene Note, die überraschenden Momente.
Ein passabler Streifen von der Stange, der für Komplettisten okayes Futter liefert, eingefleischte Fans erhalten jedoch nichts Außergewöhnliches.
Knapp
5 von 10

Details
Ähnliche Filme