Kaum ein Fest dürfte den modernen Horrorfilm so geprägt haben wie Halloween. Demnach sterben am 31. Oktober die meisten Teens, es gibt einen Überschuss an Dämonen und auch Serienkiller sind an diesem Tage besonders rege. Manchmal benötigt ein Slasher jedoch auch nur einen kleinen Aufhänger, wie vorliegende SyFy-Produktion.
Für eine Studentenverbindung wollen sich vier Schülerinnen um Daria einigen Prüfungen unterziehen, doch schon bald sind sie im Gebäude eingeschlossen, während angrenzend eine Halloweenparty steigt. Schnell stellen sie fest, dass die Hausbesitzerin (Morgan Fairchild) ihre übersinnlichen Finger im Spiel haben könnte...
Der Einstieg ist zwar typisch für einen Genrebeitrag und doch wieder untypisch, da er nach der ersten Szene für einige Minuten einen Charakter einführt, der auf den ersten Blick das Potential zur Hauptfigur hätte, nur um wenige Minuten später das Zeitliche zu segnen.
Erst dann werden die eigentlichen Protagonisten vorgestellt, welche bis auf einen umherstreunenden Privatdetektiv allesamt austauschbar daherkommen.
Ansonsten gibt sich das Treiben bewusst old school: Die Effekte erinnern frappierend an einige Horrorpartyfilme der Achtziger mit Tier im Kochtopf, aus einem Bild greifenden Hände, Kakerlaken am Boden und einer Schar Fledermäuse. Viele Ideen könnten direkt aus der "Nightmare" - Reihe stammen, nur fehlt der markante Killer, womit nicht das Bärenmaskottchen gemeint ist, welches zuweilen tödlich zuschlägt.
Leider fällt jenes Zuschlagen recht blutleer aus, da hierzulande bislang nur die Weichspüler-Variante mit dem Originaltitel "Paranormal Initiation" erhältlich ist. Bei dieser finden sämtliche Morde im Off statt, lediglich ein heraus getrenntes Auge gönnt uns die FSK16.
Die wenigen Effekte sehen jedoch okay aus, okayer arbeitet indes der abwechslungsreiche Score, der in Ansätzen an bekanntere Beiträge von Danny Elfman angelehnt ist.
So wird ein Punsch heimlich versetzt, Halluzinationen und telepathische Übernahmen bestimmen das Treiben, ab und an zündet der Humor in Form von Situationskomik, jemand stürzt aus einem Fenster, Saiten können zur Todesfalle mutieren, während jeder der im Haus stirbt als Geist daran gebunden ist.
Darstellerisch gibt sich die Riege durchwachsen, kameratechnisch fällt nichts auf, nur die Logiklöcher häufen sich im letzten Drittel auffallend, während die Flashbacks im ersten nicht viel zur Geschichte beitragen.
Als Partyfilm, wenn schon einige Gläser Alkoholika herumgegangen sind, könnte der Streifen noch recht drollig erscheinen, doch allzu innovativ oder gar kreativ gestaltet sich das Treiben selten, zumal einige völlig unnötige Einlagen stets den Wind aus den Segeln nehmen.
Phasenweise kommt zumindest etwas Atmosphäre auf, Spannung entsteht hingegen eher selten und auch der Showdown gerät viel zu kurz.
Da tobte der Bär an Halloween bereits deutlich intensiver...
4 von 10