Review

Lange nach dem Zweiten Weltkrieg verdauten einige amerikanische Filmemacher und Autoren ihre Ängste per Science Fiction, häufig unter der Bedrohung radioaktiver Strahlung, aber auch Außerirdische, die als Metapher für den ehemaligen Feind stehen, sind häufig verwendete Motive.

Die Ergüsse von Bert. I. Gordon waren seinerzeit nicht so die Renner und wenn der vorliegende Streifen bereits zu seinen besten zählen soll, lässt man das zugestaubte Archiv besser geschlossen.



Auch recht populär ist seit den 50ern das Schrumpfen oder Wachsen einzelner Individuen, meist durch radioaktiven Nebel oder in diesem Fall einer Plutoniumbombe.

Die Explosion einer solchen überlebt Lt. Col. Glen Manning bei einem Test, als er eigentlich im Schützengraben ausharren sollte, in diesem Moment aber einem abgestürzten Piloten helfen will. 90 Prozent seiner Haut ist verbrannt und im Hospital glaubt man kaum an ein Überleben bis zum nächsten Morgen. Doch da ist die Haut nicht nur vollständig regeneriert, Glen beginnt auch unaufhörlich zu wachsen, bis er als 20-Meter-Koloss Las Vegas unsicher macht…



Wer hier eine Form von Godzilla-Action erwartet, dürfte allenfalls während der letzten zehn Minuten etwas davon haben, denn allzu viel Bewegung ist nicht im Spiel.

Viele Szenen spielen sich im Krankenhaus ab, später im abgelegenen Militär-Stützpunkt, als man dem Riesen ein Zirkuszelt aufbauen muss.

Gut, die Mini-Requisiten wie Stühle, kleines Telefon und Spielzeugautos sind ganz niedlich und der Blue-Screen-Effekt mit deutlich hervorstechenden weißen Rändern durchaus charmant, doch die Handlung tritt lange Zeit auf der Stelle.



Immer wieder die besorgte Verlobte, die sich nicht abwimmeln lässt, forschende und experimentierende Wissenschaftler im Labor und der große Mann, der rasch in Selbstmitleid verfällt und später überaus sarkastische Äußerungen von sich gibt, wobei er jedoch keine Sympathiepunkte einfährt, da sein Schicksal nur in Ansätzen berührt, - eigentlich erst, als man erfährt, dass sein Herz nicht adäquat mitwächst und aufgrund des Drucks irgendwann schlicht platzen könnte.



Die primitive Machart des Streifens führt nicht zwangsläufig zu einem trashigen Eindruck, da eine Menge Zeit verquatscht wird, ohne dabei fundierte Hintergründe einzubringen, man erhält lediglich ein wenig Grundwissen über Zellen-Regeneration.

Ganz ordentlich wurde noch eine Flashback-Sequenz gestaltet, in der Glenn von früher träumt, aus glücklichen Zeiten seiner Beziehung, aber auch vom Einsatz in Korea.

Weniger erquickend sind demgegenüber die beiden Ärzte, die mit ihrer Forschung rein gar nicht vorankommen und noch übler Glens Verlobte, die von einer unglaublich hölzern agierenden Lady verkörpert wird.



Erst gegen Ende, als sich der Koloss aus dem Staub macht und kurioserweise über Tage nicht gesichtet werden kann, kommt final minimal Leben in die Bude, obgleich er nicht zum Berserker mutiert, sondern lediglich ein paar Utensilien abmontiert und unter die Leute wirft.

Der Showdown gerät wiederum so unspektakulär wie nur denkbar, denn innerhalb von dreißig Sekunden hat sich die Sache, in welche Richtung auch immer, komplett erledigt.



Etwas „liegt jenseits unserer Schulweißheiten“ wird hier einmal erwähnt und die Prämisse ist nicht nur für damalige Verhältnisse grundlegend brauchbar, wenn jemand mal einfach so und ohne nähere Erläuterungen hausgroß wird.

Nur wenn es so dröge und ohne sonderliche Abwechslung aufgezogen ist, bleiben am Ende lediglich ein paar charmante Einfälle und die Atmosphäre, die aus diesem typischen Autokino-Flair der 50er resultiert. Zu wenig, um Fans von Jack Arnold und Co zu überzeugen…

4 von 10

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