Inhalt:
Bruce (Jeff Goldblum) und Prudence (Julie Hagerty) treffen sich durch eine Kontaktanzeige im Restaurant Les Bouchons (was übersetzt Korken oder Verkehrsstau heißen kann).
Allerdings endet das Treffen in einem Eklat als Bruce Prudence mitten ins Gesicht sagt das er ihre Brüste mag, ihr gesteht das er bissexuell ist, mit einem Mann zusammen lebt und an einem ihrer Zehen nuckelt.
(Habe ich schon erwähnt das sowohl Bruce als auch Prudence hochneurotisch sind.)
Beide suchen nach dem missglückten Blind Date dann auch prompt ihre Therapeuten auf, deren Praxen sich nicht nur im selben Gebäude sondern auch im gleichen Stockwerk befinden.
Davon ahnen Bruce und Prudence jedoch nichts.
Leider hätten auch die Therapeuten dringend Hilfe nötig:
Stuart Framingham (Tom Conti), der Therapeut von Prudence, verbringt die meiste Zeit damit sich in Affären mit seinen weiblichen Patienten zu stürzen und leidet unter vorzeitigen Samenergüssen (was er jedoch als Vorteil auslegt, da in der heutigen Zeit ja alles viel schneller gehen müsse).
Auch mit Prudence hatte er eine Affäre (und hört sich ihre Sorgen in der Hoffnung an sie wieder ins Bett zu kriegen).
Bruce Therapeutin Charlotte (Glenda Jackson) leidet unter starken Wortfindungsstörungen, verschläft teilweise ihre Sitzungen und behandelt ihre Patienten wie kleine Kinder (an den Wänden ihrer Praxis hängen Kinderzeichnungen, darunter die eines emotional verwirrten dreijährigen Jungen, den seine Eltern immer nach dem Frühstück verprügelten).
Zwischen den Sitzungen treffen sie und Dr. Farmingham sich in einem Raum, der zwischen den beiden Praxen liegt, um heftigen und schnellen Sex zu haben.
Zu den ganzen emotionalen Verwirrungen kommt noch das Bruce und Prudence während ihrer Verabredung von Zizi (Genevieve Page), der Mutter von Bob (Christopher Guest), Bruce´ s Liebhaber, beobachtet wurden.
Zizi berichtet dies ihrem Sohn was die ganze Angelegenheit weiter verkompliziert...
Meinung:
Robert Altman´ s Therapie zwecklos erinnert an die Filme von Woody Allen da (eigentlich) jeder Charakter neurotisch ist und am Ende neurotisch bleibt (worauf schon der Titel anspielt).
Zuerst dachte ich Therapie zwecklos sei einer der Filme die man sich einmal ansehen kann und dann nie mehr.
Doch ich habe mich geirrt.
Therapie zwecklos ist wie ein alter Bekannter bei dem man sich freut wenn man ihn immer mal wieder trifft.
Der Film setzt sich aus einzelnen Sketchen zusammen, was der Handlung aber nicht schadet.
Der größte Teil des Filmes spielt sich Restaurant Les Bouchons ab dessen Belegschaft ebenfalls alles andere als ausgeglichen ist (was auf einen Teil der Gäste ebenfalls zutrifft).
Der Film basiert auf dem Theaterstück Beyond Therapy von Christopher Durang.
Dieser schrieb mit Altman auch das Drehbuch war aber später von dem fertigen Film nicht besonders angetan und warf Altman vor das Drehbuch umgeschrieben zu haben.
Kritiker sahen in Therapie zwecklos einen von Altmans schlechtesten Filmen, was ich nicht nachvollziehen kann.
Für Fans von Action- und Splatterfilmen ist Therapie zwecklos wahrscheinlich nichts (obwohl Bob im Finale mit einer Pistole im Restaurant Amok läuft (die Waffe ist allerdings mit Platzpatronen geladen). Das ist zwar nicht brutal aber sehr humoresk inszeniert.
Cineasten, Woody Allen Fans und neugierig gewordenen Lesern dieses Reviews empfehle ich den Film wärmstens.
DVD:
Die DVD von Mr. Banker Films bietet als Extras eine Trailershow, zwei Trailer zum Hauptfilm und eine Sprachauswahl (dt./engl.).
Die dt. Synchronisation ist sehr gut ebenso die Bildqualität.
Fazit:
Therapie zwecklos kann man sich ohne Bedenken ins DVD - Regal stellen (oder ausleihen).
Ein Film für ruhige Wochentage, der gute Unterhaltung garantiert.
(10/10)