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Finanzielles Versagen war letztendlich der Grund für das Einstellen der (im Ausland sicherlich dennoch er- und einträglichen) In the Line of Duty - Reihe, wurden in den letzten drei Abenteuern der schlagkräftigen Polizistin Inspector Rachel Yeung Lai-Ching doch jeweils die Einspielergebnisse von noch 12 Mio. HKD bei In the Line of Duty 4 bis hier zu 3 Mio. HKD halbiert. Eine Sättigung des Marktes, die alle Bereiche v.a. auch des Girl with Guns - Motivs umfasste und eine Umstellung auf neue Beliebtheiten des Publikums, die speziell dem Wu xia auch zueilte und verstärkt wieder der Komödie. (In the Line of Duty 6 - ) Forbidden Arsenal nochmal als letztes Aufbäumen, als einer der finalen Produktionen auch der zwischenzeitlich einflussreichen D & B Film Distribution, deren Co-Gründer (neben Sammo Hung) Dickson Poon hier auch nochmal kurz vor dem Schließen der Tore Presenter für ist:

Als im Auftrag von Sir Hui [ Hui Siu-Hung ] und unter Führung durch Madam Yeung [ Cynthia Khan ] ein großangelegter Waffendeal gestört wird, entpuppen sich bei der Verhaftung zwei der Festgenommenen als Undercover-Kollegen von außerhalb, der aus Taiwan stammende Chen Ao-Qun [ Waise Lee ] und der Mainland-Polizist Hua Zhi-Hong [ Do Siu-Chun ]. Da die drei mit dem Waffenhändler Paul [ Robin Shou ], dessen rechter Hand Ben [ Garry Chow ] und dem Informanten Tam [ Phillip Kwok ] ein gemeinsames Ziel haben, verbünden sich die unterschiedlichen Gesetzeshüter auch nach ersten Startschwierigkeiten; auf die Fährte von Paul gelangen sie allerdings erst durch dessen Schwester Edna [ Loletta Lee ], die bald selber in Gefahr ist.

Kam das Verbrechen vorher noch aus Südkorea, so ist nun die Volksrepublik China der Ursprung allen Übels, die Einflugschneise für die tödlichen Waffen, die selbst kugelsichere Westen durchdringen und entsprechend im großen Stil bestellt. Sonst bleibt alles beim Alten, wird auch hier auf einem fahrenden Gefährt, einem LKW gekämpft und der Kugelhagel aus Schnellfeuerwaffen und dazu noch ein direkt vor der Großstadtsilhouette im Hintergrund aufsteigender Polizeihubschrauber mit einer stark bewaffneten Mannschaft an Bord als glorreiches Bild präsentiert. Eine Razzia vor den Toren der Stadt, die die Übergabe der Waffen und damit die Parteien der schnell verteidigungs- und schussbereiten Verbrecher stört, Feuerstöße vom Boden aus und aus der Luft herab, dazu eine voluminöse Explosion zweier Vehikel und auch gleich zwei Verfolgungsjagden vom Hügel hinab in Richtung der Stadt.

Heutzutage wäre das schon der Showdown, wenn überhaupt, damals war es nur die Einleitung, die Eröffnung, der Appetizer und der Beginn von (gar nicht) so vielem Mehr. Doch erstmal läuft der Plot an, der Rahmen der Handlung, der sich hier in einer Steigerung der früher durchaus auch beliebten Kombination und Kooperation zwischen dem Festland und der Sonderverwaltungszone und damals auch noch als eine Hoffnung auf gute Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern und ihren jeweiligen Organisationen der Gesetzeshüter, hier gar noch mit dem Zusatz und der Potenzierung durch einen addierten Taiwan-Cop ergibt. Zeit für Ärgereien, für Neckereien, für Bürokratie, Anordnungen, Alleingängen und verordneter Teamarbeit, dazu die Durchmischung des unfreiwilligen Drei-Staaten-Bündnisses mit Mann und Frau, was immer für Trubel sorgt und immer Schererei mit sich bringt. Zeit auch für Situationskomik in Form von explodierenden Mikrowellen und Prügeleien in einer 'Schwulenkneipe', für Auflockerung und Unterhaltung durch HK-typischen Humor also und Zeit auch für ein ausgedehntes Buddy Picture.

Während man sich demnach an der Partnerschaft zwischen einem großmäuligen, sexbesessenen, aber eher nichtsnutzig scheinenden Taiwanesen, dem körperlich überaus agilen, etwas in seiner naiven Vaterlandpflicht verlorenen Chinesen und dem tough cookie aus HK erfreut (oder auch nicht), plätschert die Actionkrimiplotte eher so vor sich hin. Ein Ausflug der Investigation führt immerhin zum Schauplatz der ehrwürdigen Universität, die selten als filmische Location genutzt wird; wie man dahin kommt bzw. warum ist nicht so wichtig, steigt dort und davor aber eine weitere Prügelei, ein Straßenkampf mit allerlei Zweckentfremdung von in der Gegend herum stehenden Geräten. Ein Telefonanruf weiter werden inmitten der Innenstadt die deponierten Maschinengewehre ausgepackt und geladen und entsichert, Handgranaten durch das Zentrum geworfen und eine Hetzjagd zu Fuß durch die vollbesetzte Nathan Road, mit einer Räuberbande auf der Flucht und einem Polizeitrupp hinterher vollzogen und auch ein (vorläufiger) Showdown samt Geiselnahme in der Subway angestrebt.

Die Regie des Duos Yuen Jun-Man, der kurz zuvor mit dem knüppelharten Bullet for Hire (1991) sein Debüt gegeben hat und des meist und langjährig als Director of Photography tätigen Cheng Siu-Keung ist dabei wesentlich präziser als die des Vorgängers, hat auch tatsächlich prägnante Darsteller zu bieten und so einige imposante, gerade die Urbanität einfangende Bilder, leider nur hängt die Geschichte mittig und zeigt dort auch nichts, erst wieder im Finale, erneut mit den starren Hochhäusern weit hinten am Horizont, während davor das grob-effektvolle Schlachtfeld und der bleihaltige Kampf und Leben und Tod regiert.

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