Review

Exil der Einsamen

Drei Jungs kämpfen mit den üblichen kleineren wie größeren „Nervigkeiten“ der Pubertät. Seltsame Eltern, von peinlich lahm bis überstreng, einer schwer zu durchschauenden Gesellschaft, für ihren Geschmack wenig Liebe, (Aussicht auf) Erfolg, Gleichgesinnte und Verständnis. Da bietet sich doch ein Aufenthalt zu dritt im Wald abseits von all dem Wahnsinn an… oder bringt zumindest neue Erkenntnisse. 

InTrio The Wild

Am Anfang ist „Kings of Summer“ ein wenig hektisch, cringy und aufdringlich „US-Indie“. Also die typische Schiene a la „Juno“, „Little Miss Sunshine“ oder „Perks of Being a Wallflower“. Doch mit der Zeit findet und festigt sich dieses ungewöhnliche Jungentrio - ihre Geschichte und Entwicklung, ihr Film und Zusammenhalt ebenso. Und daher ist das schon deutlich mehr als nur „Drei Jungs allein mit Stöcken im Rebellenmodus im Wald“. Unterlegt mit melancholischen Song-Geheimtipps, ausgestattet mit einer erdigen Farbpalette samt tollen Waldbildern und sich ehrlich anfühlenden Themen (Alleinsein, Mannwerden, Vaterkomplexe, Generationkonflikte, Freundschaft, Übergang zur Erwachsenenwelt), weniger Blödeleien im Verlauf und vielen mittlerweile wesentlich berühmteren Gesichtern in Nebenrollen - fertig ist eine vollkommen gute Indie-Dramödie mit Herz, Ruhe und in den besten Momenten etwas „70s-New Hollywood“-Vibes. Selbst wenn ihm etwas Konsequenzen, Fallhöhe und Feuer im Hintern abgehen. Moises Arias stiehlt jedenfalls die Show. 

Boyle oder Apatow?

Fazit: angenehmer und versöhnlicher Coming-of-Age-„Wildfang“ zwischen „Herr der Fliegen“, „Stand By Me“ und „Superbad“. Gelungenes US-Indiefutter. Geht gefühlt jedoch nie den ganzen Weg oder auch mal durch echte Hindernisse.

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