Gorehounds aufgepasst. Hier kommt neues Futter für den blutigen Trog. Leider wie gesagt erst einmal in geschnittener Form im deutschen Markt, aber vielleicht greifen uns die österreichischen Freunde wieder mal unter die Arme. Genrefans anspruchsvoller Horrorkost mit Hintergrund, Charakterdarstellung und Wendungen sollten das Weite suchen. Hier kommt eine ganz klare filmische Ansage für das Splatter-Prekariat. Auf Basis eines sehr durchwachsenen Drehbuchs, mittelmäßiger Schauspieler und Logikproblemen wischt COFFIN BABY dies alles vom Tisch durch ein kleines Splatterfestival, was natürlich so die Zensur in Deutschland nicht überstehen konnte.
Er hat eine passende durchgängig düster-dreckige Atmosphäre und einen ebensolchen Soundtrack und technisch ist nichts zu beanstanden, außer der deutschen Synchronisation zu der der Film ja nichts kann. COFFIN BABY ist neben dem ebenfalls geschnittenen THE COLLECTION (THE COLLECTOR 2) oder auch dem EVIL DEAD Remake mit der blutigeste Horror Beitrag 2013 der mir auf Anhieb einfällt vom Gore-Faktor her. COFFIN BABY will sich als 2. Teil des durchwachsenen Tobe Hoopers Remake THE TOOLBOX MURDERS präsentieren, knüpft aber außer der Konzentration auf die maximale und rohe Gewaltdarstellungen nicht an die ursprüngliche Story an.
Die Story ohne etwas zu verraten in einem Satz: Junge Frau wird entführt und gefoltert und muss mit ansehen wie weitere Menschen gefoltert werden…dass werden sie allerdings in vollem Umfang und es war klar, was die deutsche FSK damit machen würde; SCHNEIDEN. Mehr als 3 entscheidende und blutige Minuten mussten weichen und für die Fans harter Gangarten ist dies so ähnlich, als würde man in der Zusammenfassung eines Fußballspiels die Tore raus schneiden. Es beginnt in ganz monochromen Tönen und wir folgen einer blonden Schönen durch Hollywood. Spätestens wenn sich später ein Teppichmesser nah an ihrem Auge bewegt weiß der Gorehound, warum er sich heute COFFIN BABY ausgesucht hat.
Im weiteren Verlauf wird dann mit Schmirgelpapier am Arm gearbeitet, Bunsenbrenner kommen zum Einsatz, natürlich auch abgeschnittene Köpfe und enthäutete Körper und es wird munter verbrüht, gekocht, gehobelt, zerhackt was das Zeug hält. Kompromisse macht der todernste COFFIN BABY in diesen Aspekten in keiner Hinsicht. Die Maske unseres Unholden riecht zwar auch mal stark nach Gummi und seine Motive bleiben völlig im Dunkeln, aber er kommt doch in seiner Bedrohlichkeit sehr präsent über den Bildschirm. Weitere Freaks betreten im letzten Drittel den Film und sorgen für gelungene Abwechslung mit guten Masken und Storyanteilen.
Auch unsere Protagonistin verfügt über genügend Präsenz um uns tatsächlich an ihrer Not teilhaben zu lassen, sie ist eine zähe Kämpferin und bringt unseren Bösen auch überraschenderweise durch recht absurde Aktionen ganz schön in Bedrängnis. An die Synchronisation gewöhnt man sich im Laufe des Films und sie ist insgesamt angemessen und weit besser als vieles im z.B. THE ASYLUM Bereich. Am Ende gibt es fast ein kleines Splatterinferno und die Leichenteile kommen einen nur so entgegen. Die Gewaltdarstellung ist geradezu pornografisch und nur dem nächsten Effekt geschuldet und so over-the-top, dass man meint einer Persiflage des Genres beizuwohnen. Allein zum mitreden sollte man vielleicht doch einen Blick auf das blutige Machwerk in uncut werfen. Deshalb kann ich trotz der filmischen Schwächen eine Empfehlung für Horror-Geaks nicht unterdrücken.
5/10 Hundenäpfen.....äh,....Punkten (der kompromisslosen blutigen Schauwerte wegen)