Review

Tod den gelben Teufeln!

Vom berühmt-berüchtigten Macher solcher Kultschocker wie „Ebola Syndrome“ und „Untold Story“ kommt dieses unberechenbare „Rache an allen Taxifahrern!“-Unikum aus Hong Kong - wo es einem Mann reicht, wie rücksichtslos, asozial, egoistisch sich die Taxifahrer in der asiatischen Metropole verhalten…

Uber gehört die Zukunft!

„Taxi Hunter“ hält was seine weirde Grundidee verspricht und punktet u.a. mit tollen Autoverfolgungsjagden in einem neonbeleuchteten Großstadtdschungel, mit einem psychologisch-verstörenden Kern, melancholischen Saxophonklängen, sattem Tempo und auch mal Tempowechseln. Und natürlich mit Yaus einzigartigem Comedytiming und seinem abgründigen Augenzwinkern. Ganz sicher nicht ein so glasklarer und exzessiver Tabubrecher wie andere Werke von ihm (obwohl auch „Taxi Hunter“ definitiv harte, schockierende Momente hat, wie der Tod der Frau des Protagonisten und der Auslöser seines Hasses!) - und dennoch ein echtes Statement zu Hong Kong, seinem Verkehr, seiner womöglich verloren gegangenen sozialen Ader und seinen Alleingängern, Ellenbogen, Menschen! Comichaft zwar meist doch deutlich überzeichnet - dennoch verfehlt er seine Wirkung nicht! Satire, Thriller, Action, Zeitdokument. Selten sah ein Mann köstlicher, kurzweiliger, karger und kauziger rot. Tonal war ich nie auch nur eine Minute sicher, auf welcher Fahrbahn sich dieser Curveball gerade befindet. Ob er sich brav an die SVO hält, rücksichtslos rechts überholt oder direkt über den Bordstein samt einer fröhlichen Kindergartengruppe brettert. Bei Yau und „Taxi Hunter“ ist alles möglich. Zumindest vom Gefühl her. Und das ist ein unnachahmliches Pro. 

Ein Mann sieht Not

Fazit: bizarrer Revenger zwischen Autoaction, Dramödie und CATIII-Vehikel… Konnte nur aus Hong Kong kommen, konnte nur von Herman Yau kommen, wird heutzutage nichtmal ansatzweise mehr so gemacht! 

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