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Wieder mal ein typischer Danny Trejo Film. Nach seinen starken Qualitäts-,  Attraktivitäts- und Bekanntheitsanschub durch MACHETE hat er es leider nur geschafft, sich in C- bis B-Genrefilmen mit Zombies und anderen schrägen Vögeln rumzutreiben. Gerne wünschte ihm wieder einen größeren Auftritt und richtig viel Screentime. In DEAD IN TOMBSTONE ist er auf dem absolut richtigen Weg dazu, denn die Mischung aus dem schwülstigen und aufwendigen dreckigen-fiesen Western Setup, den TorturePorn ähnlichen Szenen und das Zusammenspiel mit dem Chef der Unterwelt in Form von Mickey Rourke hat durchaus ihren trashigen Reiz. Dabei gibt es recht harte Effekte zu bewundern und man muss sehen, was die deutsche FSK aus der vorhandenen R-Rated und Unrated Fassung machen wird.

Die Geschichte ist wunderbar gelungen: Guerrero Hernandez (Danny Trejo) fährt nach einem hinterhältigen Mord in die Hölle und mit Hilfe vom dortigen Chef wird er zum leibhaftigen Racheengel. Fiese CGI Explosionen und eine typische Stimme aus dem off, Zeitlupe, Feuersbrünste und ein peitscheschwingender Mickey Rourke geben gleich eine klare B-Film Visitenkarte ab. Er spielt aber auch keine geringere Rolle als den Beelzebub persönlich. Das macht er gut und zu den besten Szenen gehört es, wenn er unserem Helden Guerrero Hernandez einige fiese Brandings und Säureattacken verpasst, der daraufhin nur schreien kann "Das ist die Hölle" - wie Recht er doch hat. Aber handeln kann man immer gut und intensiv mit dem Meister der Finsternis.

Dabei gibt es keine Sekunde Langeweile und sehr viel Action und sehr stimmungsvolle Bilder mit sehr guter Kameraarbeit und DEAD IN TOMBSTONE sieht nach sehr viel mehr Budget aus als es die knapp 5 Mio. Dollar eigentlich zulassen. Eine Reihe von Faustkämpfen, sehr blutige Schießereien und sehr viel Hommage an typische Western Klischees gepaart mit guten Zusätzen aus dem Horror-Genre lassen einem doch hier und da den Mund kurz offen stehen. Vor allem wenn man mit recht geringen Erwartungen an den Streifen ran gegangen ist. Aber da das Hohe Niveau des Gezeigten nie wirklich abreißt, schwingt sich DEAD IN TOMBSTONE insgesamt sogar fast auf MACHETE Niveau ein, ohne jedoch dessen Leichtigkeit und Witz zu erreichen.

Der meist im B-Film Sektor verhaftete Regisseur Roel Reiné hat sich damit deutlich für höheres empfohlen. DEAD IN TOMBSTONE rockt das Haus bis zum blutigen und natürlich erwartet zynischen und actionreichen Finale. Danny Trejo mit seinen Gesichtsfalten wie der Grand Canyon ist ein total sympathischer ruhiger und netter Typ. Ich durfte mit ihm auf einem Festival auch mal kurz quatschen. Ich wünsche ihm viele gute Filme für die Zukunft und das er uns Genre-Hounds noch lange erhalten bleibt.

6,5/10 Punkten

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