Review

Krähen auf Holzdächern


Wer bei „Dead In Tombstone“ eine Art Western-„Machete“ erwartet, wird ziemlich sicher nicht wirklich auf seine Kosten kommen. Dabei könnte man diesen Fantasy-Western durchaus eher als „The Real Deal“ in Sachen Trashactioner und modernem Grindhouse bezeichnen. Zumindest muss er nicht dermaßen augenzwinkernd und mit technischen Spielereien auf seine Herkunft und sein Standing verweisen. Problem nur: ich nehme lieber die spaßige und selbstbewusste Imitation als den langweiligen, „echten“ Scheiss. Und „Dead In Tombstone“ hat leider etliche lahme und unnötige Passagen… Erzählt wird vom Anführer einer Bande Outlaws im wilden Westen, der eiskalt und hinterrücks nach einem erfolgreichen Raub von seinem gierigen Halbbruder erschossen wird - doch durch keinen Geringeren als Luzifer selbst bekommt der gefallene Pistolero die Chance auf ein bleihaltiges Rematch mit seinen alten Weggefährten…

Ein paar tolle Bilder und Momente hat „Dead In Tombstone“. Bei Gewitter und Regen. Trejo kann den rachlüsternden Badass. Die Mischung wäre im besten Fall irgendwas zwischen „Unforgiven“ und „The Crow“ im DTV-Look gewesen. Doch insgesamt gibt’s mit diesem braun-gräulichen Trashwestern noch einige Probleme mehr als nur seine aalglatte Videothekenoptik. Die Bösewichte sind z.B. komplett austauschbar und direkt vergessen. Die attraktive Dina Meyer aus „Starship Troopers“ wird verschenkt. Es gibt keinen nennenswerten Score und jede Einstellung schreit eher nach Ostblock als wilder Westen. Zudem ist's für meinen Geschmack weder trashig noch blutig genug, weder ein ernstzunehmender Western noch ein augenzwinkerndes Trashfest. Mickey Rourke hat vielleicht noch ein paar Momente. Aber alles schwimmt dermaßen in seinem eigenen Saft und einer gräulichen Suppe, die mich öfters hat Gähnen lassen als eine Folge Traumschiff. Ich werde mir glaube ich dennoch die Fortsetzung „Dead Again In Tombstone“ in nächster Zeit geben, da das Konzept viel mehr hergeben kann, das Ding jetzt auch kein Grottenkick war. Aber meine Erwartungen tanzen schon deutlich Limbo. 

Fazit: „Dead In Tombstone“ ist weder als Western noch als Trashfest seiner Sache gewachsen. Er macht für seine Idee und Besetzung einfach viel zu wenig Fun. Und führt daher eher zu Kopfschütteln als zu Nicken. Schneller vergessen als er schiessen kann. 

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