Die Hexenprozesse von Salem werden mal wieder bemüht und das auch nur, weil Drehbuchautor und Regisseur Swamy M. Kandan etwas um seinen eigentlich passablen Finaltwist herumbasteln musste. Die völlig sprunghafte Erzählweise bewirkt ihr Übriges, um eventuell gar nicht erst bis zum Ende zu kommen.
Die junge Journalistin Rachel (Ali Faulkner) recherchiert in einem kleinen Dorf in Massachusetts und will etwas über die Hintergründe einer Massenvergiftung durch Ergot (Mutterkornpilz) herausfinden.
Nachdem sie dem alteingesessenen Paul (Richard Riehle) ein paar Informationen entlocken konnte, findet sie ihn kurz darauf tot in seiner Wohnung. Rachel und ihr Mitbewohner Greg (Jonathan Bennett) versuchen herauszufinden, was es mit dem dubiosen Verhalten der Dörfler auf sich hat...
Ein scheinbar von der Außenwelt abgegrenzter Ort, Kuttenträger, Okkult-Rituale und geheimnisvolle Bewohner mit offenbar tief verwurzelten Geheimnissen, - das klingt auf dem Papier nach einer spannenden Geschichte voller Atmosphäre, doch es bleibt letztlich eine Frage der Umsetzung und die ist Kandan allenfalls in minimalen Ansätzen gelungen.
Die schablonenhaft angelegten Figuren wären da gar nicht so dramatisch, wenn nicht die überaus sprunghafte Erzählweise jeden Anflug von Spannung im Keim ersticken würde.
Da werden Segmente zeitlich so versetzt, dass sie teilweise nicht mehr in einen vernünftigen Kontext gebracht werden können, Dialoge einer vorherigen Szene werden mal eben unter neue Bilder gelegt und unter Umständen wird eine Sequenz mittendrin unterbrochen, um sie zu einem späteren Zeitpunkt aus dem Gefüge heraus fortzusetzen. Kurzum: Die Erzählform ist in jeder Hinsicht kontraproduktiv.
Doch auch sonst ereignet sich viel zu wenig, um den Gruselfreund bei Laune zu halten, zumal eine eventuelle Bedrohung bereits dadurch entkräftet wird, dass nahezu alle Szenen am helllichten Tag spielen. Ein Kuttenträger aus einiger Distanz hinter Bäumen wäre okay, doch dann sollte man anschließend nicht dessen gepflegtes Gesicht mit unbekümmerter Mine zeigen, während ein Ritual auf einem Friedhof erst gar nicht hinterfragt wird und ein bleiches Gesicht allein nicht ausreicht, um Gruselstimmung aufkommen zu lassen.
So wird demgegenüber zuviel ins Leere recherchiert, es gibt ein weiteres geheimes Treffen mit einem Einheimischen und ein paar Alpträume, welche jedoch ebenfalls kaum Spannung ins Spiel bringen. Die letzten Minuten bewirken zwar eine annehmbare Auflösung der Geschehnisse, doch der Twist rettet natürlich nicht die holprige Herangehensweise, die auch auf technischer Seite zuweilen ein wenig amateurhaft anmutet.
Auch wenn darstellerisch gerade so passables Niveau geliefert wird und Ali Faulkner noch relativ viel aus ihrer eindimensional angelegten Figur herausholt, der Score zumindest zweckdienlich ausfällt und ein Großteil der Kulissen in Ordnung geht, will die Erzählung zu keiner Zeit zünden. Es mangelt an Situationen zum Mitfiebern, zudem fließt nicht ein Tropfen Blut und auch die mysteriösen Erscheinungen reißen nicht ansatzweise vom Hocker.
Der Twist allein reißt das nicht mehr raus und insofern sei von "The Secret Village" trotz wohl klingender Prämisse einfach mal abgeraten.
3 von 10