Review

Irgendwann vor etlichen Jahren habe ich den ersten Teil dieser Trilogie gesehen, aber das ist schon so lang her, dass ich mich eigentlich nur blass an den Inhalt erinnern könnte. Ich weiß nur ich fand ihn insgesamt interessant und so bin ich eigentlich ohne zu große Erwartungen in den Film gegangen. Nun gut ganz so ist es nicht, den durch die andere starke existentialistischen Glanzstücke des Reggiseurs "Richard Linklater" wie "Waking Life" oder Scanner Darkly" bin ich schon sehr geprägt und so erwartet man auf jeden Fall nichts ganz Schlechtes.
Umso mehr bin ich nun nach dem Besuch der Original mit Untertitel Vorstellung begeistert davon, was sich in diesen langen authentischen Gesprächen vor meinen Augen ausgebreitet hat. Es war meiner Meinung nach perfekt!

Durch eine elegant minimalistische Art der Filmgestaltung, baut man als Zuschauer mit Leichtigkeit eine intime Beziehung zu den Haupcharakteren auf. Während sich also die Gefühlswelten von Celine(Julie Delpy) und Jesse(Ethan Hawke) ungezwungen vor einem ausbreiten, rauscht es beim Zuschauen ordentlich in den Neuronenkanälen der eigenen Erfahrungswelt, und es poltern automatisch eigene Erfahrungen im Bezug auf Beziehungen un Partnerschaft durch die Wahrnehmung. Der große Vorteil zum eigenen Beziehungsleben, man hat während 'Before Midnight' die entspannte Kinosesselperspektive und kann über die kleinen und großen Konflikte, die sich in einem Duell mit den harmonischen Momenten zu befinden scheinen, aus der Distanz einfühlen, danach grübeln, viel lächeln und ab und zu auch lachen.
Nach einer Weile breiten sich die persönlichsten existentialistischen Gefühls- und Denkzustände der beiden Hauptcharaktere vor einem aus und ich in diesen spiegeln sich meiner Meinung nach universelle Beziehungsmuster wieder. Geschickt tauchen, manchmal ironisch eingewoben, allgemeine gesellschaftliche Beziehungrealitäten und Vorstellungen auf ohne jedoch das spezielle Szenario der beiden unrealistisch werden zu lassen. Manchen mag folgende Aussage wahrscheinlich zu schwarz/weiß gemalt erscheinen, aber ich denke letztendlich, schält "Before Midnight" das Verhalten und Vorstellungen von tendenziell existentialischen Männer und existentialistisch denkenden Frauen perfekt heraus. Zumindest decken sich etliche Momente mit meinen vielfältigen Erfahrungen. Trotz unsrer aller Unterschiedlichkeit und Individualität, sind die grundsätzlichen Gesetzmäßigkeiten denen wir alle ausgesetzt gerade auch in zwischenmenschlichen Beziehungen letztendlich gar nicht so verschieden

Den Film zum universellen Meisterwerk, machen dann folgende Querverweise, zuerst ein kurzes Gespräch des als Autors tätigen Jesse, in dem er die Thematik der Realität und der Wahrnehmung ansticht. Er füttern uns dabei mit Bildern und Situationen von Personen, welche wage erscheinen aber real relevant und nicht nur seiner Fantasie entsprungen sind und größeres wiederspiegeln. (von dessen sich zu überzeugen bei jedem selbst liegt; Inspiration und Denkanstöße in alle Richtungen bietet Richard Linklaters Film "Waking Life")
...und nicht zuletzt sei besonders allen Frauen empfohlen die allerletzte Szene genau zu studieren!!!! Falls es nicht sofort klickt, sollte man sich Jesses "spaßhaft" formulierte Aussage über die Zeitmaschinen und Nacktheit wenigstens genau einprägen und sozusagen als ernsthafte Warnung im Hinterkopf behalten, um sich bei merkwürdigen Begegnungen im Realleben vor Scharlatanen in acht nehmen zu können und deren Spielchen zu durchschauen.

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