Seit seinem Debüt „Sam's Lake“ drehte Regisseur Andrew C. Erin fast ausschließlich preiswert produzierte TV-Filme, die allesamt wenig Beachtung fanden und auch sein Thriller über eine allein erziehende Mutter mit ihren merkwürdigen Söhnen dürfte beileibe kein Straßenfeger werden.
Emily und ihr Mann Brian leben mit ihrer zwölfjährigen Tochter Olive in einem beschaulichen mittelständischen Vorort irgendwo in Kalifornien, bis eines Tages neue Nachbarn einziehen. Tamara und ihre Söhne Billy und Titus verhalten sich zwar etwas merkwürdig, doch Emily entdeckt immer häufiger Hinweise, dass nebenan etwas im Argen sein muss. Als eines Tages ein Fremder in Tamaras Haus auftaucht und kurze Zeit später ermordet aufgefunden wird, häufen sich die mysteriösen Ereignisse…
Der Prolog zeigt einen Jungen auf der Flucht, welcher offenbar von einem älteren durch die Landschaft gehetzt wird, fragend ruft er noch „Billy?“ und erlebt kurz darauf einen tödlichen Sturz. Zwei Jahre später zieht eine Familie mit Sohn selben Namens um und schon bleiben dem versierten Krimifan nicht viele Möglichkeiten, wer in der Familie augenscheinlich nicht alle Tassen im Schrank haben dürfte.
Leider wird die Geschichte von zahlreichen Klischees begleitet, denn Emily ist die durchweg argwöhnisch nachforschende Mutter, während ihr Mann Brian den Ahnungslosen gibt und bestimmte Ereignisse als Zufall abstempelt. Auch ein Detective handelt wie üblich zu spät und wie immer bei bösen Nachbarn muss der Hund als erstes dran glauben.
Immerhin hält sich die Erzählung nur selten mit Nebensächlichkeiten auf und konzentriert sich halbwegs gekonnt auf das Zusammenspiel der Figuren mit vielen verheißungsvollen Vorboten, dem einen oder anderen Wink auf die falsche Fährte lockend und ominösen Puzzleteilen, die zunächst nur wenig Sinn ergeben.
Dennoch ist die Pointe leicht zu durchschauen, denn zu viele kleine Hinweise deuten frühzeitig darauf hin, was mit Tamara und ihren Söhnen nicht stimmt und wem während des Showdowns ein kleines Katz – und Maus-Spiel bevorstehen dürfte.
Jenes Finale bietet allerdings nicht mehr als ein halbwegs spannendes Versteckspiel, mit einem viel zu überhastetem Ende, während ein paralleler Handlungsstrang immerhin ein wenig Zynismus einfließen lässt.
Auf handwerklicher Ebene wird indes solides TV-Niveau geboten: Die Kamera arbeitet unauffällig, der Score bringt ein paar recht stimmungsvoll arrangierte Themen ins Spiel, während die Ausstattung, sprich die beiden Häuser und das magere Umfeld recht minimalistisch wirken und kaum für Abwechslung sorgen. Das darstellerische Niveau ist auf dem gleichen Level wie die gesamte Produktion: Kaum markant, aber passabel.
So liefert „Spielkameraden“ am Ende Massenware von der Stange, die sich durch nichts auszeichnet außer eine Geschichte zu liefern, von der man das Gefühl hat, diese seit den Achtzigern in leicht variabler Verpackung schon hundert Mal gesichtet zu haben.
Innovationen sind keine zu erwarten, Überraschungen auch nicht und wer schon mehr als fünf Thriller gesehen hat, dürfte rasch drauf kommen, wer oder was hinter den mysteriösen Ereignissen im Nachbarschaftsumfeld steckt.
Ein Streifen der nicht weh tut, einen aber auch nicht wirklich bereichert, - taugt als Berieselung für Nebenher, mehr nicht.
4 von 10