Review

Gesamtbesprechung

„Die Kleine ist gut, oder?“

Anke Engelke, eine der sympathischsten und unterhaltsamsten Frauen im deutschen Fernsehen, bekleidete zwischen ihrer mehrjährigen Teilnahme an der Nachrichten-Comedy „Wochenshow“ und ihrer Sketchreihe „Ladykracher“ die Hauptrolle in der vom Humorexperten und späteren „Stromberg“-Autor Ralf Husmann zusammen mit Moritz Netenjakob erdachten und konzipierten SitCom „Anke“, die in der Redaktion einer fiktionalen Daily-Trash-Talkshow spielt. Sie umfasst zwei Staffeln, die in den Jahren 2000 und 2001 bei Sat.1 ausgestrahlt wurden und es auf insgesamt 24 Episoden à rund 25 Minuten brachten. Die Regie übernahm Sven Unterwaldt Jr. („Alles Atze“).

„Red' ich in Blindenschrift?!“

Anke ist die Moderatorin ihrer gleichnamigen täglichen Talkshow, durch die sie souverän führt. Ihre Redaktion besteht unter anderem aus dem Redaktionsleiter Schroeder (Frank-Leo Schröder, „Die Bademeister – Weiber, saufen, Leben retten“), einem machohaften und skrupellosen Choleriker, Redakteurin Lisa (Roswitha Schreiner, „Der Richter und das Mädchen“), einer etwas altbackenen, verheirateten grauen Maus, und Sekretärin Nikki (Sandra Leonard, „Schrei – denn ich werde Dich töten!“), einer jungen promisken Sexbombe. Zudem geht Ankes Ex-Freund, der arbeitslose Tunichtgut Tom (Ingo Naujoks, „Die Straßen von Berlin“), dort ständig ein und aus. Er hat noch immer Interesse an ihr, wird von ihr jedoch lediglich als guter Freund betrachtet. Hin und wieder lässt sich noch einmal mit ihm ein, da sie noch immer alleinstehend ist und im Privatleben nicht viel Glück mit den Männern hat. Dass es in der Redaktion immer wieder drunter und drüber geht, zerrt zusätzlich an ihrem Nervenkostüm…

Zuvorderst: Das von Engelke höchstpersönlich gesungene Titelstück ist ein veritabler Hit und macht große Lust auf die Serie. Diese präsentiert sich von Beginn an betont locker und immer etwas schlüpfrig. So geht es in der ersten Episode darum, welche Anzahl bisheriger Sexualpartner sich ziemt, wenngleich, ginge es nach Anke, das Thema Sex eher ausgespart werden sollte, da ihre Mutter (Brigitte Böttrich, „Unser Charly“) sie in den Redaktionsräumen besucht… Hier geht es also um die Frage gesellschaftlicher Akzeptanz in privaten, intimen Fragen und das Schamgefühl gegenüber den eigenen Eltern. In Episode 2 schaut mit Annette (Astrid M. Fünderich, „Das erste Semester“) eine alte Freundin Ankes vorbei und bittet sie um einen Job, entpuppt sich jedoch nicht nur als Sprücheklopferin, sondern auch als echte Nervensäge – und der Redaktionsfrieden ist dahin. Denn nur, weil man miteinander befreundet ist, bedeutet dies nicht automatisch, dass man auch beruflich harmoniert. Die Folge endet mit einem schönen Epilog, in dem Daily-Talkerin Birte Krawallus sich selbst spielt. In der dritten Episode zieht der stets abgebrannte Tom sogar wieder bei Anke ein, während die Redaktion eine Sendung zum Thema Ernährungsprobleme vorbereitet und Lisa sich gerade an einer Diät versucht. Diese Folge verdeutlicht vor allem die etwas schräge Beziehung, die Anke und Tom zueinander haben.

Markus Majowski („Höllische Nachbarn“) schaut in Episode 4 als depressiver Typ vorbei, der überredet werden soll, als Ersatzgast einzuspringen. Vornehmlich dreht sich aber alles um ein Fotoshooting für eine Zeitschrift, zu dem Anke eingeladen wurde und bei dem sie auf ihre als Konkurrentin empfundene Kollegin Susann Atwell trifft. Eine Episode über oberflächliche Schönheitsideale in der Medienwelt, die hier aufs Korn genommen werden. Die fünfte Episode zählt zu meinen Favoriten: Anke hat zu Toms Entsetzen ein Rendezvous mit einem kultivierten Kunstkenner. Und obwohl sie in ihrer Sendung gerade noch dafür geworben hat, zu sich selbst zu stehen und sich nicht zu verstellen, tut sie genau dies, um ihrem Verehrer zu gefallen. Grandios und irre komisch! In Episode 6 wird Schroeder vom Sender kritisiert und bekommt jemanden geschickt, um ihn einzunorden: einen Ostdeutschen. Anke sieht nur noch Babys überall. Und die neue Putzfrau, eine Schwarze, will gleich eine Scheinehe eingehen. Eine durchwachsene Episode, die mit einigen gelungenen Sprüchen und mitunter tollem, auch subtilerem Humor punktet, zudem mit der gesellschaftlichen Erwartungshaltung an Frauen, sich zu reproduzieren, ein relevantes Thema aufgreift. Demgegenüber stehen Plumpheiten wie der als einziger mit breitem Dialekt sprechenden Ossi und die als einziges Klischee auftretende ausländische Putzfrau.

Tom ist in der siebten Episode frisch verliebt, wovon Anke gar nicht so begeistert ist, und Lisa hat ihren neunjährigen Filius Niels (Constantin von Jascheroff, „Schloss Einstein“) mit in die Redaktion gebracht, wo dieser massiv herumnervt. Eifersucht unter Ex-Partnern und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – bzw. schlicht der Wert einer funktionierenden Kinderbetreuung – werden hier humoristisch aufbereitet. Episode 8 wartet mit Redaktionsneuling Kai (Steffen Groth, „Dunkle Tage“) auf, auf den alle Kolleginnen stehen und mit dem sich auch Schroeder prächtig versteht. Bald kommt jedoch das Gerücht auf, Kai sei homosexuell… Die Folgen dieses Gerüchts thematisieren und kritisieren natürlich Homophobie, sind aber insofern auch ein interessantes Stück Zeitkolorit, als sie veranschaulichen, dass man in dieser Hinsicht vor einem Vierteljahrhundert noch längst nicht so weit war wie heute. Um Geschmack und Prüderie dreht sich der zweite Handlungsstrang, in dem eine Künstlerin versucht, ihre schlüpfrigen Gemälde als Redaktionsdeko an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Richtig gut ist die neunte Episode, in der sich Lisas Mann (Hannes Hellmann, „Absolute Giganten“) scheiden lassen, weil er im Bett mit ihr unzufrieden sei. Anke verunsichert dies plötzlich enorm, weshalb sie sich noch einmal nacheinander mit all ihren Ex-Freunden trifft. Das ist urkomisch und wird zum Anlass für eine „Harry & Sally“-Hommage. Und ausgerechnet Macho Schroeder hat Sorge, uncool zu sein, woraufhin er sich in Jugendklamotten wirft. Diese Folge erinnert vor allem daran, dass es meistens gute Gründe hat, weshalb sich Partner einst trennten…

„Ein ganz normaler Trainer...“

Episode 10 hat ein „Stern TV“-Kamerateam zu Gast, das einen Beitrag über die Redaktion dreht. Die aufgesetzt gute und friedliche Stimmung wird jedoch von einem offenbar in den Räumlichkeiten herumschleichenden Dieb torpediert. Als ausgerechnet ein Talkshow-Gast, ein ehemaliger Gefängnisinsasse, verdächtigt wird, eskaliert die Situation. Eine in Teilen durchaus witzige, insbesondere in Bezug auf den Ex-Knacki aber auch arg konstruierte und etwas bemühte Folge. In der elften Episode geht’s einmal mehr um eine verunsicherte Anke, die nun einen Fitnesscoach unter- und sich fit hält, weil sie in der jährlich veröffentlichten Liste der erotischsten Frauen vier Plätze abgerutscht ist. Schroeder hat derweil Vorwürfe der neuen Mitarbeiterin in der Maske am Hals, die behauptet, er habe sie sexuell belästigt, und Lisa ist scharf auf Gaststar Hannes Jaenicke, den sie angräbt und sich mit ihm betrinkt. Anke wiederum versucht, mit ihrem Trainer anzubandeln, wogegen Tom etwas einzuwenden hat. All dies führt zu einem hochamüsanten Kuddelmuddel, das bereits leicht in Richtung #metoo tendiert. Und Roger Willemsen war sich für einen Epilog-Gag nicht zu schade. In Episode 12 soll Anke die Patin des Neugeborenen einer Kollegin werden, traut sich diese Aufgabe aber nicht so recht zu. Schroeder wiederum wird nachdenklich, weil sein Onkel mit nur 46 Jahren gestorben ist. Und ein nerviger Motivationscoach, der als Experte in die Show eingeladen wurde, hält die Belegschaft von der Arbeit ab, setzt ihr Flausen ins Ohr. Die Mutter des Babys hadert zudem mit ihrem neuen Dasein als Mutter und hat extreme Stimmungsschwankungen. Schön, wie das Sujet „verunsicherte Anke“ immer wieder variiert wird, wie dem Unsympathen Schroeder Schüsse vor den Bug geknallt werden und so ganz nebenbei ernste Themen wie Sorge vor Krankheit und Tod oder auch die Verantwortung einer Mutterschaft eingeflochten werden. Ich habe den Eindruck, dass jüngst noch mehr in die Episoden mit ihrer knappen Laufzeit gepresst als zuvor, was sie mitunter recht hektisch erscheinen lässt, aber schon noch gut funktioniert.

„Wirf deine alten Socken nicht weg, wenn du nicht lieber barfuß gehst...“

Die dreizehnte Episode rückt unter anderem die Schnelllebigkeit von Fernsehsendungen in den Fokus: Bei „Anke“ herrscht Quotenflaute, die Talkshow erhält einen neuen Sendeplatz und die Angst vor Jobverlust geht in der Redaktion um. Anke fühlt sich kränklich, schmiedet aber dennoch an Ideen, ihre Sendung zu retten, während andere als Alternative zu ihrem Job eine Heirat in Betracht ziehen. Interessant und mediensatirisch ist hier vor allem, welche Vorschläge aufs Tapet gelangen, um höhere Einschaltquoten zu erzielen („Wir brauchen mehr Sex-Themen!“) … Ein schönes Staffelfinale.

„Du bist das neue Puddinggesicht!“

Mit einem Alarm im Studio beginnt die Staffel 2 eröffnende Episode 14. Seit diesem ist Anke ganz kirre. Was sie nicht weiß: Sie ist unwissentlich Teil einer „Versteckte Kamera“-Verlade. Und was sie noch viel weniger ahnt, nachdem sie dahintergekommen ist: Ihr durchgeknallter Verehrer ist echt. Diese mit Thomas Ohrner als Gaststar aufwartende Episode ist insbesondere dann lustig, wenn sie die Option durchexerziert, dass ein Opfer der versteckten Kamera den Spuk durchschaut. Das TV-Werbegeschäft persifliert die fünfzehnte Episode, dabei zugleich – in weiser Voraussicht, möchte man fast meinen – die knöchern-konservativen „Müller Milch“-Chefs. In der dagegen etwas abfallenden Nebenhandlung bringt Schroeder eine von einem Gast mitgebrachte Voodoo-Puppe in arge Probleme, denn sie funktioniert bei ihm – ausgerechnet als er einen Interview-Termin mit dem „Manager Magazin“ hat. Dieses Phantastik-Element ist etwas albern, der immer sexistischer werdende Werbespot-Dreh dafür umso köstlicher.

„Wir gehen nachher noch in einen Club – so nennt man Discos jetzt!“

Episode 16 wird noch einmal schlüpfriger: Anke verknallt sich in einen jüngeren Talkgast, Schroeder hingegen hat Prostata-Probleme und soll Erektionen vermeiden – leichter gesagt als getan! Dies sensibilisiert für die vielen Sexualisierungen im Alltag und letztlich auch der Sendung, die Schroeder als Redaktionsleiter ja maßgeblich mitbestimmt. Bei allem Klamauk sind dies im Grunde kluge Seitenhiebe auf „Sex sells“. Und Ankes Techtelmechtel führt zu spaßigen Generationsproblemen. Nicht minder klug, wenn auch auf damaligem Erkenntnisstand thematisiert die siebzehnte Episode negative wie (vermeintlich) positive Vorurteile anhand der dunkelhäutigen Beauftragten der Berufsgenossenschaft, die Ankes Redaktion inspiziert – und den verunsicherten, unbeholfenen Umgang der weißen Mehrheitsgesellschaft damit. „Ich bin zwei Randgruppen – mindestens!“ wird dann zu etwas, das man sich vor sich herträgt. Nur die Liebe zählt in Episode 18 – außer für Schroeder, der, wie sich herausstellt, als Kind Bettnässer war und nun den Spott der Kolleginnen und Kollegen über sich ergehen lassen muss. Kai Pflaume tritt in seiner Eigenschaft als „Nur die Liebe zählt“-Moderator als Gast in Erscheinung, der Lisas Ehe zu kitten versucht. Eine schwächere Episode, die weniger persiflierend als vielmehr wie ein Werbeslot für eine weitere Sat.1-Sendung wirkt.

„Man muss sich mit Witzen nicht auskennen!“

Eine der besten Episoden hingegen ist – trotz ähnlichen Werbeslot-Charakters – die neunzehnte, als eine etwas missglückte Szene aus Ankes Talkshow zu einem „TV total“-Nippel wird. Daraufhin wird sie von Stefan Raab in die Sendung eingeladen, bekommt es aber mit der Angst zu tun: Ist sie witzig genug? Hier geht es vornehmlich um unterschiedliches Humorverständnis und Schlagfertigkeit, was zu irre witzigen Momenten führt. Das aufgesetzte Pathos vermeintlichen Qualitätstalks persifliert Episode 20, wenn der neue Regisseur Volker (Markus John, „Thrill – Spiel um dein Leben“) sich mit Schroeder in die Quere kommt. Die Sendung soll seriöser und tiefgründiger werden, wofür Volker allen Honig ums Maul schmiert. Zurück zum Schlüpfrigen geht es, quasi als harter Kontrast, in der einundzwanzigsten Episode, in der die reale Daily-Trash-Talkmasterin Sonja als Wichsvorlage bezeichnet wird. Anke fragt sich nun, ob sie sexy genug in ihrer Sendung auftritt – und fühlt sich herausgefordert, auch „die Wichser“ als Zuschauer zu kriegen. Also bestellt sich sie eine Imageberaterin und übt Bauchfreimoderationen. Lisa hingegen hat weiterhin Probleme mit ihrem Mann, hat sie doch herausgefunden, dass er bei einer Gay-Sexline anruft. Schroeder wiederum versucht, sich das Rauchen abzugewöhnen, wodurch er erwartbar noch unausstehlicher und reizbarer wird. Eine unheimlich komische Folge, die den Girlie-Wahn der damaligen Zeit aufgreift und ziemlich auf den Punkt bringt.

„Recherche für die Sendung am Freitag – über bedrohte Völker...“

Die Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes und die häufig nicht allzu lange Existenz von TV-Formaten greift Episode 22 erneut auf. Der Besitzer des Senders hat gewechselt, Kosten sollen eingespart werden, ein Wirtschaftsprüfer geht in den Redaktionsräumen um. Wie man sich verbiegt, um sich als unersetzlich zu profilieren, treibt komische Blüten. In der verletzten Episode will der Programmchef sein Liebchen Sabrina (Julia Thurnau, „Nach fünf im Urwald“) als Ankes Assistentin unterbringen, woraufhin die Redaktion beschließt, sie zu mobben. Leider erweist sich die Besetzungscouchabsolventin jedoch als total nett. Vornehmlich geht es jedoch darum, dass Anke der Durchsetzungswille fehlt, persönlich mit anderen Menschen Tacheles zu reden. Die erste Sendung mit Sabrina als Assistentin läuft dann aber ganz gut, sodass sie eine eigene Sendung bekommen soll. Gleichzeitig soll „Anke“ abgesetzt werden, was Anke noch gar nicht weiß. Fortan wird statt Sabrina Anke geschnitten, weil alle hoffen, bei Sabrinas Sendung unterzukommen. Eine Folge nicht nur über fragwürdige Vorgänge in der Fernsehbranche also, sondern auch über Opportunismus – und abermals eine auf der Kippe stehende Sendung. Einer der Höhepunkte ist eine famose Slapstick-Abfolge Ankes.

„Ich glaub', ich brauch' 'ne Imageberaterin...“

Das Staffelfinale leidet dann ein wenig darunter, dass offenbar noch nicht klar war, ob die Serie fortgesetzt werden würde oder nicht und sie sich deshalb eine Tür offenhält. Nun ist nämlich nicht mehr von der Absetzung der Talkshow die Rede, sondern lediglich von der letzten Sendung in der bisherigen Showdeko und den vertrauten Räumlichkeiten. Außerdem geht eine Überraschung für Anke schief, über die sich fortan alle lustig machen, weil ihr letztes Rendezvous bereits acht Monate zurückliegt. Und Schroeder bekommt es wieder mit der Angst zu tun: Diesmal befürchtet er, Hautkrebs zu haben, und will ab sofort ein guter Mensch sein – ein Sujet, das Husmann später in ganz ähnlicher Form für eine „Stromberg“-Episode erneut aufgegriffen hat.

„Die schmeißen hier doch nicht alle raus!“

Verglichen mit späteren Husmann-Comedy-Serien divergiert der Stil vor allem noch insofern, als die Figuren hier allesamt stark karikierend überzeichnet sind. Mit die stärksten Momente sind tatsächlich die, in denen der Humor nicht mit dem Holzhammer kommt, sondern sich etwas subtiler anschleicht – aber auch diejenigen, in denen Engelke ihr komisches Talent besonders exponiert ausleben kann. Bei bis zu drei Handlungssträngen pro Episode sind Tempo und Gagdichte entsprechend hoch.

„Schade, dass wir sie rausekeln müssen...“

Der mediensatirische Gehalt wirkt jedoch immer wieder etwas schaumgebremst. Die unsäglichen Talkshows, die hier persifliert werden, waren ein Phänomen der 1990er und frühen 2000er, wobei ihr Stern zum Produktionszeitpunkt dieser Serie bereits kräftig sank. Dass man viel auf Krawallthemen setzte, wird hier zwar verarbeitet, nicht aber, wie man minderbemittelte Menschen vorführte, eine absurde Kommunikations- und Diskussions“kultur“ vermittelte und irgendwann sogar auf jeglichen Realismus zu pfeifen begann, indem man Laiendarstellerinnen und -darsteller als vermeintlich echte Gäste einlud.

„Du bist unfassbar blöd!“

„Anke“ bietet kleine Seitenhiebe gegen andere, reale Talkshows dieses Kalibers, gegen Fernsehköpfe und Sender, wird dabei jedoch nie zu bissig. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass Sat.1, der Sender, für den „Anke“ produziert wurde, selbst federführend bei der Daily-Talk-Verdummung war. Enttäuschend ist auch, wie selten die Serie tatsächlich im Studio statt in der Redaktion spielt. Da wurde einiges Potential verschenkt und das Publikum auf eine falsche Fährte gelockt, ist doch jede Episode wie eine Talkshow betitelt: „Anke, von Männern krieg ich nie genug!“, „Anke, meine Freunde nutzen mich nur aus!“, „Anke, ich bin viel zu fett!“ usw. Hat man sich damit erst einmal abgefunden, ist „Anke“ aber tatsächlich ziemlich unterhaltsam und hat ein spielfreudiges Ensemble inklusive einer sich gern sexy gebenden Engelke zu bieten.

Kurzum: Ich hatte Spaß. Danke, Anke!

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